Anzeige
Anzeige

Hydraulische Liftantriebe:

Anforderungen und aktuelle Lösungen

Bei der Konstruktion von hydraulischen Aufzügen wird Energieeffizienz immer wichtiger. Entsprechend kommen seit einiger Zeit auch Frequenzumrichter zum Einsatz. Allerdings fehlte es dabei bislang an konsequent einfachen, preiswerten und zuverlässigen Lösungen. Mit einer gemeinsamen Neuentwicklung von Blain Hydraulics und Yaskawa wird das nun anders.

 Jährlich werden 80.000 bis 100.000 neue Hydraulik-Lifte installiert (Bild: Yaskawa Europe GmbH)

Jährlich werden 80.000 bis 100.000 neue Hydraulik-Lifte installiert (Bild: Yaskawa Europe GmbH)


Hydraulisch angetriebene Aufzüge eignen sich bekanntermaßen für vergleichsweise höhere Lasten als seilbetriebene und sind dabei um etwa 15 bis 25% preiswerter. Sie ermöglichen zudem sehr zuverlässige und wartungsarme Lösungen, können dafür aber auch nur begrenzte Höhen (bis etwa 18m) abdecken. Führt man sich vor Augen, dass 95% aller Gebäude weltweit weniger als sechs Stockwerke haben und der Anteil von Hochhäusern nur bei rund einem Prozent liegt, wird das Marktpotenzial von Aufzügen für niedrigere Gebäude jedoch schnell deutlich: 40% der bestehenden rund 10Mio. Aufzüge sind Hydrauliklifte. Jährlich werden 80.000 bis 100.000 neue installiert. Vor allem durch die steigenden Energiepreise wird die Energieeffizienz zu einem wichtigen Kriterium bei der Auswahl von Komponenten für Neuanlagen. Darüber hinaus bietet die hohe Anzahl installierter Hydraulik-Aufzüge ein enormes Modernisierungspotenzial und auch hier spielt eine hohe Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Entsprechend groß ist der Bedarf an neuen effizienten Antriebskonzepten, die sich insbesondere auch für die Nachrüstung bestehender Hydraulik-Aufzüge eignen.
 Der Frequenzumrichter L1000H von Yaskawa wurde speziell für Anwendungen in Hydraulik-Liften entwickelt (Bild: Yaskawa Europe GmbH)

Der Frequenzumrichter L1000H von Yaskawa wurde speziell für Anwendungen in Hydraulik-Liften entwickelt (Bild: Yaskawa Europe GmbH)

Frequenzumrichter und Ventile in Hydraulik-Liften

Bei herkömmlichen Hydraulik-Antrieben läuft die Pumpe immer mit voller Drehzahl. Der Ölfluss und damit die Bewegung der Kabine wird ausschließlich über das Steuerventil geregelt. Das Ventil und auch die benötigte Ventilelektronik sind teilweise recht kompliziert. Durch die Bypassregelung im Ventil erwärmt sich das Öl stark, was dessen Nutzbarkeitsdauer verkürzt, unter Umständen Ölkühler erforderlich macht und außerdem den Fahrkomfort negativ beeinflusst. Die Abhängigkeit des Fahrkomforts von der Öltemperatur macht zudem oft eine jahreszeitabhängige Justierung der Ventile nötig. Die Energieeffizienz von entsprechenden Anlagen kann modernen Ansprüchen kaum gerecht werden. Ein wichtiger und logischer Schritt auf dem Weg zu energieeffizienten Antriebskonzepten für hydraulische Aufzüge ist deshalb die Nutzung moderner Frequenzumrichter. Entscheidende Vorteile solcher Systeme sind die Verringerung der Motor-Leistung, die Reduzierung des Energiebedarfs und ein präzises und komfortables Fahrverhalten auch bei hoher Beladung. Diesen Vorteilen standen bisher allerdings auch Nachteile gegenüber: So erfordern entsprechende Systeme eher höhere Erstinvestitionen. Auch Planung und Wartung sind relativ aufwändig. Zudem benötigen Hydraulik-Aufzüge mit Umrichter, anders als konventionelle ohne, im Leerlauf mehr Energie. Deshalb beschränkt sich der Einsatz von Frequenzumrichtern bei Hydraulik-Liften aktuell noch auf Anlagen, die für besonders hohe Nutzungsanforderungen ausgelegt sind. Nach aktuellen Schätzungen sind dies etwa 20%. Neue technische Entwicklungen vergrößern den sinnvollen Einsatzbereich von energieeffizienten Lösungen mit Frequenzumrichtern. Zwei entgegengesetzte Wege haben sich dabei allerdings als Sackgassen erwiesen: Die Reduzierung der Komplexität auf Kosten der Leistungsfähigkeit. Und die Verbesserung des Fahrkomforts und der Effizienz unter Nutzung von immer aufwändigeren Zusatzkomponenten wie Sensoren oder Encodern, die das System komplex, anfällig und für Nicht-Experten schwierig handhabbar machen.

Steuerungsblock und Frequenzumrichter als kompaktes Set

Eine von Blain Hydraulics und Yaskawa gemeinsam entwickelte VVVF-Lösung (Variable Voltage Variable Frequency) zeigt dagegen die tatsächlichen Optimierungspotenziale: Diese liegen zum einen in der Frequenzumrichter-Technik selbst und zum anderen im Ventil des Steuerblocks. Der sinnvolle Einsatzbereich von Frequenz-umrichtern umfasst damit nun weltweit rund 70%, in Europa etwa 80% der hydraulischen Aufzüge in Wohnhäusern mit Motorleistungen bis 15kW. Die energieeffiziente Paket-Lösung besteht aus dem neuen hydraulischen Steuerventil EV4 von Blain und dem ebenfalls neuen Frequenzumrichter L1000H von Yaskawa. Sowohl Ventile als auch Frequenzumrichter sind in verschiedenen Größen und Ausführungen verfügbar. Die Motorregelung erfolgt geberlos (Open Loop). Ein Drehzahlgeber, der üblicherweise direkt am Motor im Tank untergebracht ist und daher einen wichtigen Kostenfaktor darstellt, wird nicht benötigt. Das vereinfacht nicht nur das System, sondern macht die Lösung auch besonders attraktiv für den Umbau bestehender Aggregate. Weitere Vorteile des neuen Konzepts: Das System benötigt lediglich einen Sensor zur Erfassung der Öl-Temperatur. Auf der Grundlage des Messwertes werden alle negativen Effekte auf den Fahrkomfort, die im Zusammenhang mit einer schwankenden Öltemperatur auftreten, ausgeglichen. Der Temperatursensor ist einfach zu installieren und relativ langlebig, was die Zuverlässigkeit des Systems erhöht. Anders als in bisher üblichen Lösungen mit Frequenzumrichtern ist über diesen Sensor hinaus kein zusätzlicher Drucksensor oder Durchflussmesser notwendig. Die Ansteuerung des Ventils übernimmt die Aufzugssteuerung direkt, wobei anfällige und nur mit erheblichem Zeitaufwand einzustellende elektronische Ventilregelungen nicht benötigt werden. Damit lässt sich auch ein bestehendes Regelventil relativ einfach durch ein neues EV4 ersetzen. Bestehende mechanische Ventile von Blain können als vollgültiges EV4 nachgerüstet und mit einem L1000H kombiniert werden. Aggregat und Steuerung lassen sich weiternutzen.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

eNet Smart Home zur kabellosen Vernetzung und Steuerung der Haustechnik von Gira eignet sich für die Renovierung oder zur Nachrüstung. Steuern lässt sich das System mobil per App, Handsender oder Funk-Wandsender. Letztere hat das Unternehmen mit dem Release 2.3 um eine 1-fach-Wippe erweitert, um für Nutzer eine präzisere Bedienung sicherzustellen. Außerdem ist die Smart-Home-Lösung jetzt auch mit Conrad Connect verknüpft.‣ weiterlesen

Anzeige

Mit CentronicPlus ergänzt ab sofort eine neue Funkgeneration die beiden Systeme Centronic und B-Tronic. „Bei unserem CentronicPlus-System sind sämtliche eingebundene Geräte untereinander in einer Art Netzwerk verbunden – und dieses erstellen die Geräte vollkommen eigenständig“, erklärt Maik Wiegelmann, Leiter der Becker Academy, das neue System. ‣ weiterlesen

Anzeige

Mithilfe intelligenter Sensorik wird schlechte Luft und ein ungesundes Raumklima vermieden. Gerade in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, wird so die Ansteckungsgefahr durch Grippe- oder Covid19-Viren verringert. Gleichzeitig wird ein Raumklima für besseres und konzentrierteres Arbeiten und Lernen geschaffen. Aerosol-Multisensoren wie die von Steinel sorgen durch eine permanente Analyse für messbar gute Raumluft.‣ weiterlesen

Anzeige

Seit über zwanzig Jahren ist der Gira HomeServer als Bordcomputer für intelligente Gebäude auf Basis einer KNX Installation verfügbar. Nun hat das Unternehmen ein umfangreiches Update veröffentlicht. Mit Release 4.11 werden verschiedene Funktionen verbessert und vereinfacht.‣ weiterlesen

Die Regler und Taster der Serie KNX eTR von Elsner Elektronik können mit oder ohne Schalterdose an der Wand installiert werden. Alle Geräte der Serie werden über die KNX-Busspannung versorgt, damit ist nur die KNX-TP-Leitung zum Anschluss notwendig. ‣ weiterlesen

Das staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac, erzählt von 300.000 Jahren Menschheitsgeschichte. Zeitgleich sind in dem ehemaligen Kaufhaus Schocken das Archäologische Archiv Sachsen und das Landesamt für Archäologie Sachsen beheimatet. Im Jahr 2008 übernahm der SBC-Partner Matthias Kuhn, Inhaber der MSR Gebäudeautomation, mit seiner Firma im Auftrag der Stadt Chemnitz die Sanierung und Installation der Gebäudeautomation in dem entkernten Haus.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige