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Firmensitz mit modernster Gebäudetechnik Ohropax setzt auf Intelligenz

Es ist Montagmorgen: Der erste Mitarbeiter kommt in die Firma und öffnet die Tür mit seinem persönlichen Sensor. Die Alarmanlage schaltet sich aus. Die Lüftung an seinem Arbeitsplatz springt an. Die Zeiterfassung startet und der Computer fährt hoch, während er noch auf dem Weg ins Büro ist. Klingt nach Zukunftsmusik, ist es nicht: Das ist einfach intelligent und ganz normaler Alltag bei Ohropax in Wehrheim.
Bekannt wurde Ohropax durch seine Ohrstöpsel für die ungestörte Nachtruhe, führt inzwischen aber auch verwandte Produkte wie Schlaf- oder Pollenschutzmasken. 2011 bezog das expandierende Familienunternehmen ein deutlich größeres neues Betriebsgebäude, in dem mit etwa 35 Mitarbeitern jährlich über 30Mio. Ohrstöpsel aller Art hergestellt werden. Mit einem Niedrigenergiegebäude dank hervorragender Dämmung, Nutzung regenerativer Energien zum Heizen und Kühlen sowie einer innovativen Gebäudesteuerung ist das Unternehmen gerüstet für die Zukunft und die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Die Lager- und Produktionsflächen im Erd- und Untergeschoss sind deutlich größer als zuvor und bieten Platz für neue Produktionsstraßen. Aber auch die Büroflächen im ersten Obergeschoss sind auf Wachstum ausgelegt. Hier befinden sich zudem die Kantine sowie Räume für die Kleinkonfektion. Licht gelangt bis tief ins Innere des Gebäudes, denn im Zentrum liegt eine bis zum Glasdach hin offene Halle. Für Komfort, Energieeinsparung und Sicherheit sorgt die moderne Gebäudetechnik. Dafür fragte der technische Leiter von Ohropax bei seinem langjährigen Partner Elektro Wagner an, was auf dem Gebiet alles möglich sei. Mit seinem Team entwickelte Christian Wagner daraufhin ein detailliertes Konzept, welche Komponenten sich wie vernetzen und intelligent steuern lassen. „Unsere Vorschläge und Ideen haben die Verantwortlichen bei Ohropax überzeugt“, berichtet Christian Wagner stolz. „Und fast alle Lösungen sind inzwischen realisiert.“ Grundlage ist ein KNX/EIB-System, das alle Komponenten der Gebäudetechnik miteinander verknüpft.

FacilityServer ist das Herzstück

Das Herz der Anlage ist der Gira FacilityServer. Hier laufen alle Informationen zusammen, werden ausgewertet, archiviert, automatisch vordefinierte Befehle versandt und vieles mehr. Eingebunden sind u.a. die Beleuchtung und die Lüftungsanlage, Heizung und Kühlung, Jalousien, die Alarmanlage mit Überwachung sämtlicher Fenster und Türen, Tore zum Firmengelände sowie Produktionsmaschinen. So weiß beispielsweise der Gira FacilityServer, wann die erste Schicht morgens startet und schaltet etwa zwei Stunden vor Arbeitsbeginn Teile der Prozesswärme ein. Pünktlich zu Arbeitsbeginn ist das Wachs dann so temperiert, dass es verarbeitet werden kann. Geheizt und gekühlt wird das nachhaltige Gebäude mittels Wärmepumpen. Zusätzlich nutzt Ohropax aber auch die Abwärme von sechs Kompressoren im Keller. Ganzjährig wird mithilfe der Wärmerückgewinnung das gesamte Brauchwasser erwärmt und im Winter zusätzlich die Zuluft vorgewärmt. An das Gebäude ist dafür ein 60m langer und 1,60m hoher Erdtunnel angebunden, an dessen Ende ein ca. 6m hoher Turm steht. Über diesen wird frische Luft angesaugt, im Tunnel vorgewärmt und dann über die Lüftungsanlage den einzelnen Räumen zugeführt. Auch die Alarmanlage mit Außenhautsicherung hat System-Integrator Christian Wagner mit dem KNX/EIB-System gekoppelt. Über den Gira FacilityServer lässt sich der Status von Fenstern und Türen anzeigen. „Möchte der letzte Mitarbeiter abends die Alarmanlage scharf schalten, sieht er an einem großen zentralen Display im Eingangsbereich, welche Fenster und Türen noch geöffnet sind – aber auch nur genau die“, erklärt Christian Wagner. „Etwa 2.500 Datenpunkte werden überwacht und es macht keinen Sinn, alle ordnungsgemäß geschlossenen Fenster anzuzeigen. Daher zeigen wir nur die Bedingungen an, die für das Scharfschalten nicht erfüllt sind, und das ganz explizit in Klartext, das heißt Fenster im Zimmer von Herrn oder Frau XY. So weiß jeder Mitarbeiter sofort, welcher Raum gemeint ist.“ Am zentralen Display lässt sich ferner der Status jedes einzelnen Rauchwarnmelders anzeigen, der Alarm gibt oder verschmutzt ist. Jeder einzelne Melder kann von hier aus auch deaktiviert werden, falls beispielsweise staubige Arbeiten in einem Raum anstehen. Des Weiteren wird angezeigt, wenn eine Brandschutzklappe geschlossen ist. Parallel schickt der Gira FacilityServer in diesem Fall eine E-Mail mit der entsprechenden Warnung an die technische Leitung bei Ohropax. Ebenso wird mit Störmeldungen von Lüftung und Heizung, der Alarmanlage, des Aufzugs oder der Kameras verfahren.

Integration der IT

Sicherheitstechnisch relevant ist auch die Einbindung der IT in das KNX/EIB-System. Alle EDV-Steckdosen sind schaltbar und werden nachts deaktiviert. Beim Befehl, die Alarmanlage scharf zu schalten, wird zunächst eine Weisung an alle Rechner gegeben, runter zu fahren – falls einer noch eingeschaltet sein sollte. Zeitlich versetzt werden dann die Steckdosen abgeschaltet. Beim morgendlichen ‚Unscharf‘-Schalten fährt jedoch nur der Rechner des Mitarbeiters hoch, der mit seinem Key das Gebäude betreten hat.

Intelligente Beleuchtung

Intelligent ist auch die Beleuchtung: Alle elektrischen Lichtquellen sind über Gira-Dali-Gateways in das KNX/EIB-System integriert und mit Konstantlichtreglern gekoppelt. Damit ist die Beleuchtung immer auf eine vorher definierte Lux-Zahl eingestellt. Wird morgens noch die volle Beleuchtung benötigt, fährt diese im Tagesverlauf entsprechend herunter und später, wenn es draußen dunkel wird, wieder hoch. Gira-Präsenzmelder erkennen zudem, ob sich Mitarbeiter im Raum aufhalten – wenn nicht, geht das Licht automatisch aus. In der Produktionshalle gibt es drei Beleuchtungs-Zonen, je nach Nähe zur Fensterfront, die mit einer Konstantlichtregelung auf 600lx eingestellt sind. So lässt sich der Raum gleichmäßig belichten und sehr genau steuern. Im ersten Obergeschoss kann jeder Mitarbeiter sein Büro über ein Pop-Up-Fenster auf seinem Computer steuern: Licht, Jalousien und Temperatur. Bei dem Mitarbeiter, der gerade für den Empfang zuständig ist, erscheint beim Klingeln an der Tür zudem das Kamerabild. Er kann via Telefon mit dem Besucher sprechen und die Tür öffnen. Die Jalousien der Fassaden fahren je nach Sonnenlichteinfall und Informationen der Wetterstation auf dem Dach automatisch runter oder bei Wind wieder hoch.

Flexibilität großer Vorteil

Nachträglich angepasst werden mussten die Jalousien der Küche: Auf der Dachterrasse vor der Kantine fängt sich der Wind schneller. Daher hat Christian Wagner die Jalousien später so umprogrammiert, dass sie schon bei einer geringeren Windstärke hochfahren. „Hier kommt Ohropax die Flexibilität des KNX/EIB-Systems zugute, das sich jederzeit einfach umprogrammieren und anpassen lässt, die Basis-Infrastruktur ist ja bereits vorhanden.“ So stellten die Mitarbeiter in der Küche außerdem fest, dass die Dunstabzugshaube gegen die Lüftungsanlage arbeitet. „Da haben wir dann einfach die Leistungsstufen der Dunstabzugshaube abgegriffen und lassen die Lüftung angepasst laufen.“

Immer allles im Blick

Arbeitserleichterung bedeutet die moderne Gebäudetechnik auch für den technischen Leiter von Ohropax, Sven Rische. Die Primärverbräuche wie Wasser, Strom und Gas lassen sich anzeigen und überwachen, Energiespitzen sind erkennbar, Verbräuche im Tagesverlauf und pro Monat werden dargestellt. Es werden Ist- und Sollwerte der Heizung angezeigt sowie der Status der Ventile bzw. ob geheizt oder gekühlt wird. Er kann jederzeit ablesen, ob der Überspannungsschutz intakt ist oder die Heizungsstellantriebe. Bei Fehlern erhält er vom Gira FacilityServer per E-Mail eine Warnung. Eine Sonderlösung hat Christian Wagner für das Arzneimittellager entwickelt. Die Ware muss dort bei gleichbleibend definierten Temperaturen gelagert werden. Dies muss kontrolliert und zudem lückenlos dokumentiert werden. Sensoren aus dem Arzneimittellager melden alle zehn Minuten die Temperatur beim Gira FacilityServer, er zeichnet diese auf und sendet sie wöchentlich per E-Mail an den technischen Leiter, der sie ablegt und damit jederzeit einen Nachweis über die vorgeschriebene Lagerung erbringen kann. Eine Temperatur-Veränderung wird natürlich sofort gemeldet.

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