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Es zählt der Amortisationszeitraum – 50% Heizenergie sparen: Werbung oder Wirklichkeit?

„Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“. Dieser ebenso flapsige wie treffende Grundsatz für Marketing und Vertrieb scheint in verschiedenen Bereichen der Gebäudeautomation nur teilweise beherzigt zu werden. Immer wieder überbieten sich Hersteller, Systemintegratoren und Installationsunternehmen mit technischen Fähigkeiten einzelner Produkte oder Technologien. Doch die entscheidende Frage bleibt: Ist der Anwender (= Bauherr, Projektträger, FM-Verantwortlicher, …) bereit, die erforderlichen Kosten zu tragen?
Also was möchte der Anwender denn eigentlich? Er sucht keine Technologie, sondern Produkte oder Dienstleistungen, die die Produktivität erhöhen oder Kosten einsparen. Energiesparende Investitionen adressieren in der Regel immer den zweiten Punkt: Sie sollen dazu beitragen, das Ergebnis zu verbessern. Immer häufiger kommt darüber hinaus auch noch der Wunsch zum Ausdruck, einen Betrag zur Klimaverbesserung zu leisten. Die Wirtschaftlichkeit einer Investition definiert sich aus dem Verhältnis von Investitionskosten und Ersparnisvolumen. Oder anders ausgedrückt: Je früher die Investitionskosten amortisiert sind, umso wirtschaftlicher ist die Investition für den Anwender. Damit sind die Systeme am wirtschaftlichsten, die geringe Investitionskosten verursachen und gleichzeitig ein hohes Ersparnisvolumen ermöglichen. Erfahrungen im Markt zeigen, dass sich Investitionen, die mehr als fünf Jahre bis zum Break-Even-Punkt benötigen, nur in besonderen Fällen (z.B. durch eine garantierte Refinanzierung) gut absetzen lassen. Schauen wir zunächst auf das Ersparnispotenzial. Das Aufmacherbild zeigt den Anteil verschiedener Nutzungsarten am Energieverbrauch eines Haushalts. Es wird deutlich, dass energiesparende Maßnahmen beim Licht nur einen relativ geringen Einfluss auf den gesamten Energieverbrauch haben, Investitionen in das Heizungssystem dagegen einen großen Effekt versprechen. Im Bereich der Heizungstechnik scheint die Optimierung der Brenner- und Heizkessel-Technologie schon weit fortgeschritten zu sein. Doch trotz dieses Fortschritts überrascht, dass selbst bei neuen Reglern immer noch die Temperatur eines einzelnen Raums als Referenz für die Regelung des gesamten Heizsystems herangezogen wird. Dies ist ein Relikt aus alten Zeiten, als (häufig im Wohnzimmer) ein Temperaturfühler angebracht wurde, der auch die Solltemperatur vorgab. Verhalten sich alle Räume einer Wohnung, eines Hauses oder einer Bürofläche gleich? Natürlich nicht. Welches Potenzial in einer intelligenten Einzelraumregelung schlummert, wurde in einem Projekt an der Hochschule Bremen erforscht. Hier wurden zwei, auf einem Flur direkt nebeneinander liegende Seminarräume verglichen, von denen einer mit einer zeitgesteuerten Einzelraum-Temperaturregelung ausgestattet war, die auch das Öffnen der Fenster berücksichtigte. Das Bild oben zeigt den Vergleich des Energieverbrauchs beider Räume über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der Vergleich des Heizkostenbedarfs der beiden Räume zeigt ein Ersparnispotenzial von ca. 50%, je nach Zeitpunkt sogar darüber. Noch deutlicher, weil quantifiziert, wird die Veröffentlichung eines Krankenhauses, das im Sommer 2007 eine Einzelraum-Temperatursteuerung für alle Krankenzimmer installierte. Das Ergebnis der Abrechnung der ersten Heizperiode zeigt der abgebildete Kasten. Soviel zum Thema Ersparnispotenzial. Doch das ist, wie oben bereits ausgeführt, nur eine Seite der (Wirtschaftlichkeits-)Medaille. Der im Kasten angegebene Amortisationszeitraum zeigt den Weg. Traditionelle Bus-Systeme (EIB/KNX, LON) bieten ein hohes technologisches Potenzial – es sind praktisch alle denkbaren Systeme der Gebäudeautomation damit umsetzbar. Allerdings liegen die dafür erforderlichen Kosten auf einem Niveau, der einer größeren Marktdurchdringung im Weg steht. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Erfordernis Projekt-individueller Software-Entwicklung, sowie aufwendiger Systemintegration und Installation. IP/temp von der IPcontrols AG in Marburg geht an dieser Stelle einen anderen Weg. Ausgehend von der Überzeugung, dass das Internetprotokoll TCP/IP langfristig das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Vernetzung von Komponenten der Gebäudeautomation bietet, hat IPcontrols mit IP/temp ein Produkt entwickelt, das bereits fix und fertig mit einer intelligenten Einzelraum-Temperatur-Steu­erung geliefert wird. Internet- bzw. LAN-Zugang, sowie EnOcean-Funkempfänger zur Integration von Fenstergriffen, Reed-Kontakten und zukünftig Präsenzmeldern, sind integraler Bestandteil des Produkts und verursachen keine weiteren Kosten. Das Bild unten zeigt eine schematische Darstellung einer IP/temp-Installation. Sensoren mit EnOcean-Funktechnologie liefern die Zustandsgrößen, die von dem zentralen IP/temp-Controller verarbeitet werden. Er ist mit dem lokalen Datennetz (LAN) verbunden und alle Einstellungen und Bedienoptionen werden über Standard-Internet-Browser abgewickelt. Besteht eine Verbindung zwischen LAN und Internet (was in vielen Fällen gegeben ist), kann IP/temp in gleicher Weise auch aus der Ferne bedient werden. Alle diese Funktionen sind Bestandteil von IP/temp, ohne das weitere Kosten entstehen. Der Controller wird einfach mit dem Stromnetz und dem LAN verbunden, die Sensoren werden browser-unterstützt eingelernt, Thermostatventile der Firma Oventrop, Olsberg, werden mit der Box per Kabel verbunden und fertig ist die Einzelraum-Steuerung. Die dafür erforderlichen Kosten liegen in der Regel um mehr als 50% unter denen vergleichbarer Systeme, in denen traditionelle Bus-Technologien zum Einsatz kommen. Womit sich der Kreis schließt. Hohes Ersparnispotenzial und geringe Installationskosten sorgen für einen kurzen Amortisationszeitraum und damit für ein Maß an Wirtschaftlichkeit, das für eine beschleunigte Verbreitung energiesparender Systeme erforderlich ist.

Kasten: Objekt: Krankenhaus

Maßnahme: Einzelraum-Temperatursteuerung in den Krankenzimmern
Produkt: IP/temp von IPcontrols
Ergebnis: Ersparnis von ca. 100l Heizöl je Krankenzimmer
Investitionskosten: 150Euro je Krankenzimmer
Amortisationszeitraum: 2 bis 3 Jahre je nach Heizölkosten

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