Elektro-Unfälle vermeiden

Mobile Personenschutzgeräte

In den Hochwassergebieten gehörten sie im letzten Jahr zu den gefragtesten Hilfsmitteln: Mobile Personenschutzgeräte, kurz PRCD. Aber nicht nur bei Aufräumarbeiten sollten die Geräte zur Vermeidung von Elektro-Unfällen zur Grundausstattung zählen, auch auf Baustellen sind sie in vielen Fällen Pflicht. Einzelheiten regeln die Vorschriften der BGI/GUV-I 608.

Mobile Personenschutzgeräte retten Leben, da sie vor lebensgefährlichen Stromschlägen schützen. Als im Spätfrühling 2013 in weiten Teilen Ost- und Süddeutschlands die Hochwasserfluten wüteten, verzeichneten mobile Personenschutzgeräte ein deutliches Nachfragehoch. Beim Abpumpen des Wassers aus Gebäuden und bei der Beseitigung von Schäden kamen sehr viele Geräte mit Stromanschluss zum Einsatz. Die Helfer der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW) mussten dabei auf den bestmöglichen Unfallschutz achten, denn die Elektroinstallationen waren durch das Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen und nicht mehr hundertprozentig intakt.

Unterschiede PRCD-K und PRCD-S

Deshalb arbeiteten Feuerwehr und THW in vielen Fällen mit einem PRCD-K (Portable Residual Current Device, zu Deutsch: Transportable Fehlerstrom-Schutzeinrichtung). Das abschließende ‚K‘ steht für Katastrophenschutz. Die Besonderheit bei diesen Geräten: Sie sind für den Betrieb an Strom-Generatoren ausgelegt. Auf Baustellen ist hingegen in vielen Fällen ein PRCD-S vorgeschrieben, wobei das ‚S‘ die Schutzleitererkennung kennzeichnet. Eingesetzt werden diese Geräte nach DIN VDE 0100-530 (VDE 0100-530):2011-06 zur Schutzpegelerhöhung in TN- und TT-Netzen. Hier ist ein umfassender Schutz wichtig, der nur mit einem allpolig schaltenden Gerät (3-polig oder 5-polig) zu erreichen ist.

2.200 Elektrounfälle pro Jahr

Im Arbeitsalltag auf Baustellen wird der lebenswichtige Schutz allerdings nicht immer konsequent eingesetzt – trotz strenger Vorschriften. Dies zeigt ein Blick in die Unfallstatistiken der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Allein im gewerblichen Bereich sind pro Jahr rund 2.200 Elektrounfälle zu verzeichnen. Mehr als 20 davon enden tödlich. Die häufigste Ursache bei Unfällen mit Spannungen von 130 bis 1.000V sind Festinstallationen oder Betriebsmittel, die sich als fehlerhaft erweisen. Oft handelt es sich um defekte Verlängerungskabel, Steckdosen oder Werkzeuge.

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