Elektrisch und flexibel mobil:
Immer und überall
Strom tanken

Alltagstaugliche Elektromobilität heißt, dass Nutzer ihr Fahrzeug immer und überall unproblematisch aufladen können. Mittlerweile stehen für die Umsetzung benutzerfreundlicher Identifikations- und Abrechnungslösungen vielfältige technische Ansätze zur Verfügung, von Münzkassiersystemen über RFID, PIN und TAN-Verfahren bis hin zu NFC (Near Field Communication). Welche Variante oder Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die folgende Überblicksdarstellung aktueller Möglichkeiten liefert Elektroprofis eine Basis für die Beratung und für die Planung von Ladelösungen im gewerblichen und öffentlichen Bereich.

Für ortsunabhängige Systeme, die es dem Fahrer aus Berlin ermöglichen, sein Fahrzeug auch in Leipzig aufzuladen, ohne sich bei einem anderen Betreiber zu registrieren, ist das extendedTAN-Verfahren (eTAN) der Ansatz der Wahl. Mit dem eTAN-Verfahren wird das Modell ‚Handyticketing‘, das sich im öffentlichen Nahverkehr bewährt hat, auf die Elektromobilität übertragen. Die Walther-Werke haben es im Rahmen des Projekts SaxMobilityII im Raum Dresden bereits flächendeckend umgesetzt. Das System ist sehr bedienerfreundlich: Der registrierte Kunde wählt Steckdose und Ladezeit über einen Touchscreen an der Ladesäule aus. Er erhält eine Verwaltungsnummer, die er per SMS an den Provider sendet; nach einer Prüfung bekommt er eine TAN zurück, mit der er die Säule freischaltet. Die Abrechnung erfolgt über die Mobilfunkrechnung des Kunden. Dahinter steht eine ausgefeilte Technik: In den Ladesäulen ist neben der Steuerung und den Sicherheitseinrichtungen ein von Walther entwickelter TAN-Generator untergebracht. Er liefert mithilfe eines komplexen Algorithmus die Verwaltungsnummer für die Freischaltung. Gleichzeitig wird eine TAN beim Provider generiert. Für die Betreiber – in der Regel Energieversorger – bietet das eTAN-Verfahren eine flexible und kosteneffiziente Abrechnungslösung mit minimiertem Verwaltungsaufwand. Die Rechnungslegung ist Sache des Mobilfunkanbieters, die Transaktionskosten werden weitgehend an den Nutzer übertragen. Mit seiner intelligenten Offline-Lösung ermöglicht Walther darüber hinaus erhebliche Einsparungen bei den Betriebs- und Kommunikationskosten: Die gesamte Kommunikation mit dem Backend erfolgt hier zwischen Kunde und Provider. Weitere Vorteile des Systems, das auf einer klassischen Steuerung beruht und ohne teure GSM-Module auskommt, sind seine extrem hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit: Probleme mit der Funkverbindung entfallen ebenso wie die Abhängigkeit von den gängigen Betriebssystemen.

Berührungslose Anmeldung und Abrechnung: NFC

Die Near Field Communication (NFC) bietet Betreibern dieselben Vorteile wie Lösungen auf eTAN-Basis. NFC ermöglicht den verschlüsselten, kontaktlosen Datenaustausch per Funktechnik über eine Distanz von wenigen Zentimetern. Nutzer halten zur Identifikation und zur Bezahlung der entnommenen Energie einfach ihr Smartphone an die Ladesäule. Eine Vorab-Registrierung ist nicht notwendig. Voraussetzung ist eine Kreditkarte mit Kommunikationsfunktion oder ein Handy mit Kreditkartenfunktion. Eine zusätzliche Sicherung ist über die Eingabe eines Passworts, einer PIN oder via SMS-Bestätigung möglich.

Lokale und ortsunabhängige Lösungen sinnvoll kombinieren

Aufgrund ihrer Vorteile für Betreiber und Nutzer sind eTAN und NFC die Basis für die Schaffung einer flächendeckenden, allgemein zugänglichen Ladeinfrastruktur. Um die lokale Versorgung zu gewährleisten, werden jedoch auch in Zukunft dezentrale Anwendungen benötigt. Lösungen für Flotten oder Firmen- und Werksparkplätze, bei denen es um fest umrissene Nutzergruppen geht, werden durch RFID-, PIN- oder localTAN-Verfahren umgesetzt. Mischansätze wie die gängige Kombination von RFID und PIN ermöglichen es, neben dem festen Nutzerkreis (z.B. Unternehmensmitarbeiter) auch temporäre Nutzer (z.B. Besucher) zu versorgen. Basis ist entweder ein RFID-Medium (optimalerweise wird an bestehende Systeme wie Mitarbeiterausweise angedockt), eine PIN, die der Nutzer vom Betreiber erhält, oder beim localTAN-Verfahren, bei dem die Identifizierung und Freischaltung per SMS erfolgt, das Handy des Nutzers. Selbstredend lassen sich ortsunabhängige Systeme und lokale Lösungen sinnvoll kombinieren: Setzen etwa Stadtwerke auf eine eTAN-Lösung, können sie es ihren Mitarbeitern via Identifikation über RFID gleichzeitig ermöglichen, kostenlos zu laden. Generell kann eine solche Integration unterschiedlicher Nutzergruppen (Servicefahrzeuge, Partnerunternehmen, Mitarbeiter, Kunden…) dazu beitragen, dass sich die Investitionskosten schneller amortisieren.

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