Effiziente Hausgeräte lohnen sich doppelt

Klimawandel, steigende Energiepreise und aktuell die Reaktorkatastrophe in Japan machen unsere Abhängigkeit von Energie deutlicher denn je. Es gilt, jeden unnötigen Verbrauch zu vermeiden. Haushaltsgeräte bergen erhebliche Sparmöglichkeiten. Es lohnt sich, ein ineffizientes Altgerät auszutauschen.
Das Energiekonzept 2050 der Bundesregierung, veröffentlicht im September 2010, nennt Sparen „unsere beste Energiequelle“. Auf der Regierungs-Homepage heißt es dazu: „Wesentlicher Schwerpunkt des Energiekonzepts der Bundesregierung ist die Energieeffizienz. Das heißt: optimaler Nutzen bei möglichst geringem Energieeinsatz. Es gilt, jeden unnötigen Verbrauch zu vermeiden.“ Und weiter: „Jeder einzelne kann dazu beitragen, Energie zu sparen. So gehen z.B. bis zu 45% des privaten Stromverbrauchs auf das Konto von Haushaltsgeräten. Sie bergen erhebliche Sparmöglichkeiten: Wer etwa beim Kühlen und Gefrieren auf neue, hocheffiziente Technik setzt, kann im Vergleich zu Geräten von 1998 bis zu 70% Stromkosten sparen. Das schont auch den eigenen Geldbeutel.“ Lange galt ‚Geiz ist geil‘ als Hauptkriterium beim Gerätekauf. Umso mehr überraschen da Ergebnisse einer forsa-Umfrage in 3.000 Haushalten, die von der HEA-Fachgemeinschaft beauftragt worden war. Denn der günstige Anschaffungspreis landete als Kaufkriterium von Elektrogeräten nur im Mittelfeld. Der niedrige Energieverbrauch rangierte auf Platz drei. Ganz oben standen dagegen Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer sowie gute Gebrauchseigenschaften und Bedienungsfreundlichkeit. Werte wie Komfort und Qualität haben also Renaissance. Wie gut, dass moderne Hausgeräte nicht nur deutlich effizienter geworden sind – sie bieten auch jede Menge Extras, die das Kühlen, Gefrieren, Waschen, Trocknen, Geschirr spülen oder Kochen besser und angenehmer machen. Es lohnt sich also doppelt, ein ineffizientes Altgerät auszutauschen.

Sparsam und komfortabel

Wer spült denn heute noch per Hand? Einige – die Marktsättigung beim Geschirrspüler liegt momentan bei 67%, vermeldet der ZVEI-Zahlenspiegel des deutschen Elektro-Hausgerätemarktes (Stand Januar 2011). Aber selbst in Haushalten mit Spülmaschine wird das Geschirr oft schnell noch mit der Hand weggespült. Dabei schlagen moderne Geräte den Abwasch mit der Hand um Längen. Beispiel Wasserverbrauch: Nur noch 10l oder sogar weniger benötigen moderne Geschirrspüler. Beim Handabwasch von zwölf Maßgedecken fließen immerhin rund 73l Wasser in den Abfluss, wie die Universität Bonn in einer Studie festgestellt hat. Zum höheren Energie- und Wasserverbrauch beim Handspülen kommt noch der enorme Zeitaufwand: Fast 100min investiert man, bis zwölf Maßgedecke abgewaschen, getrocknet und weggeräumt sind. Das Ein- und Ausräumen der Maschine dagegen ist in 15min erledigt. Einen zuverlässigen Schutz vor Wasserschäden garantieren Wasserschutzsysteme bei Waschmaschine und Geschirrspüler – unverzichtbar, insbesondere wenn ein günstiger Nachtstromtarif genutzt werden soll. Das gilt auch für die geringe Geräuschentwicklung, durch optimierte Dämmung und Motoren arbeiten hochwertige Geräte heutzutage flüsterleise.

Effizienzklasse A minus 50%

Unabhängigkeit von Wetter und Jahreszeit, geringe Stellfläche, Zeitersparnis, flauschig weiche Wäsche sind nur einige der Argumente, die für den Wäschetrockner sprechen. Und beim Energieverbrauch hat sich gerade bei Wäschetrocknern eine Menge getan! An der Spitze liegen Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnologie, die mit bis zu 50% weniger Energie auskommen, als für die beste Effizienzklasse A gefordert wird. Selbst dem traditionellen Wäscheständer, der im Winter in vielen Wohnungen steht, ist der Wärmepumpentrockner überlegen: Laut dem Freiburger Öko-Institut verursacht das Wäsche trocknen in der Wohnung auf der Leine zumindest in der kalten Jahreszeit unterm Strich einen höheren Energieverbrauch, da durch die erhöhte Feuchtigkeit mehr gelüftet werden muss, was wiederum höhere Heizkosten nach sich zieht.

Neues Energielabel

Die einfachste Möglichkeit, sich beim Gerätekauf über den Energie- und auch Wasserverbrauch sowie einige wichtige Gebrauchseigenschaften zu informieren, ist das Energielabel. Diese Verbraucherinformation ist seit 1996 gesetzlich vorgeschrieben. Alle in den Ausstellungs- und Verkaufsräumen aufgestellten Geräte müssen dieses Energielabel tragen. Elektrogroßgeräte sind in der Zwischenzeit jedoch deutlich sparsamer geworden, daher befinden sich vor allem bei Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen, Geschirrspülern und elektrischen Backöfen die meisten Geräte in der besten Labelklasse A bzw. A+ oder A++ bei Kühl- und Gefriergeräten. Eine Revision war damit dringend nötig, sowohl, um das Label als Hilfe zur Kaufentscheidung für Endverbraucher wieder sinnvoll zu machen, als auch, um der Industrie einen Anreiz für die technische Weiterentwicklung zu geben. Seit dem 20. Dezember 2010 kann das neue Energielabel – bislang noch auf freiwilliger Basis – für Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen und Geschirrspüler verwendet werden, ab Ende 2011 wird es Pflicht. Besonders effiziente Geräte tragen jetzt A+++, das heißt, die Energieeffizienzklasse A ist nur noch drittklassig. Das Sparpotenzial ist gewaltig: Ein Kühlgerät in A+++ verbraucht rund 60% weniger Energie als ein A-Gerät, bei Waschmaschine und Geschirrspüler sind es immerhin rund 30% Ersparnis.

Altgeräte raus

Trotzdem gibt es eine riesige Anzahl potenziell ineffizienter Altgeräte in deutschen Haushalten: Kühlgeräte werden z. B. durchschnittlich erst mit 15 Jahren ausgetauscht und Gefriergeräte sogar erst mit 17 (GfK Haushaltspanel 2010). Hier gilt es, beim Verbraucher mehr Bewusstsein für die Notwendigkeit und den Nutzen energieeffizienter Geräte im privaten Bereich zu schaffen. Gleichzeitig ist wichtig zu vermitteln, dass Energiesparen bei Hausgeräten nichts mit Verzicht auf Ausstattung zu tun hat, sondern aufgrund modernster Technik sogar mit einem Zugewinn an Komfort einhergeht. Eine gute Anlaufstelle ist hier die Initiative Hausgeräte+. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, Kriterien für den Neukauf und Entscheidungshilfen für den vorgezogenen Austausch zu liefern – neutral und herstellerübergreifend. Auf der Homepage www.hausgeraete-plus.de bietet die Initiative u. a. sieben Checklisten an, die konkrete Hilfestellung beim Gerätekauf geben. Sie können auf der Homepage heruntergeladen oder als gedruckte Broschüre bestellt werden. Eine mehrmals im Jahr aktualisierte Online-Gerätedatenbank gibt einen Überblick über die effizientesten Geräte auf dem Markt. Die Initiative Hausgeräte+ wird von den Verbänden HEA und ZVEI, der Hausgeräteindustrie sowie der Energiewirtschaft getragen.

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