Digitale Lichtsteuerung – Flexible Lösung für bis zu 100 Gruppen

Der Lichtsteuerungshersteller Lutron hat mit EcoSystem einen neuen Standard der digitalen Lichtsteuerung in Gebäuden entwickelt, der jetzt auch in Europa eingeführt wird. Die Technik beseitigt Kompatibilitätsprobleme zwischen verschiedenen Lampen sowie ihren Vorschaltgeräten und Treibern. Es lassen sich Leuchtstofflampen sowie LED ansteuern und kontinuierlich dimmen. Dadurch können erhebliche Energieeinsparpotenziale bei gleichzeitiger Erhöhung des Nutzungskomforts erschlossen werden.
In Bürogebäuden, Schulen, Universitäten oder Krankenhäusern müssen große Raumeinheiten oft für eine lange Zeit des Tages beleuchtet werden – in fensterlosen Fluren oder bei weit in das Gebäudeinnere reichenden Räumen teilweise sogar den ganzen Tag. Der Stromverbrauch für die Beleuchtung kann unter diesen Bedingungen schnell bis zu etwa 40% des Gesamtbedarfs an elektrischer Energie erreichen. In den Kalkulationen vieler Gebäudebetreiber und Facility Manager stellt diese Energie eine erhebliche Kostenposition dar, bildet aber zugleich auch ein erhebliches Potenzial für die Energieeinsparung. In einem ersten Schritt werden zunächst meist die konventionellen (Glüh-)Lampen gegen moderne stromsparende Leuchtmittel ausgetauscht. Dabei kann es sich um verschiedene Formen von Gasentladungslampen wie Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen, aber ebenso um LED handeln. Je nach Funktion und Nutzungscharakteristik der einzelnen Teilflächen und Räume werden die Systeme innerhalb einer Raumeinheit auch gemischt eingesetzt. Ihr volles Einsparpotenzial entfalten diese Lampen jedoch erst mit einer intelligenten Lichtsteuerung. Sie passt die Beleuchtungsstärke nach Faktoren wie Anwesenheit von Menschen, Uhrzeit oder Angebot an natürlichem Tageslicht an – jederzeit und für alle im System verwendeten Lampen. Eine solche Lichtsteuerungslösung, die sowohl Leuchtstofflampen als auch LED steuern und dimmen kann, hat der US-amerikanische Spezialist Lutron mit EcoSystem entwickelt. Seit Herbst 2011 steht das Komplettsystem auch auf dem deutschen Markt zur Verfügung.

Komponenten und Leistungen

Die effiziente Steuerungslösung EcoSystem von Lutron beinhaltet alle Komponenten und Features für die digitale Lichtsteuerung moderner Beleuchtungssysteme:
– flackerfrei zwischen 1 und 100% dimmbare Vorschaltgeräte (Drosseln) für Leuchtstoffröhren,
– im selben Bereich kontinuierlich dimmbare LED-Treiber,
– per Draht oder Funk einzubindende Sensoren für Anwesenheit und Tageslichtangebot,
– intuitiv zu nutzende Bedienelemente als wandhängende Steuereinheiten oder flexible Funkfernbedienung,
– Integrationsmöglichkeiten für die Steuerung motorisierter Jalousien,
– Links für die Einbindung in übergeordnete Systeme wie die Lutron-Steuerungslösung Quantum.

Digitale Lichtsteuerung

Jedes Vorschaltgerät und jeder LED-Treiber erhält seine digitale Adresse und kann innerhalb des Systems allein oder in Gruppen zusammengeschaltet angesteuert werden. Die jeweils gewünschten Szenarien und Steuerungsbedingungen der Beleuchtung lassen sich einfach programmieren und jederzeit aufrufen oder wieder verändern. Auch nach einem Lampenaustausch ist kein Neuprogrammieren der Vorschaltgeräte erforderlich.

Vorteile für den Elektroplaner

Für den Elektroplaner und -installateur bietet Lutrons EcoSystem eine Reihe von Vorteilen. Vor allem beseitigt es als vollständige Systemlösung die Kompatibilitätsprobleme zwischen den verschiedenen Lampenarten und ihren Treibern bzw. Vorschaltgeräten, sodass ein störungsfreier Betrieb möglich wird. Die 2-Leiter EcoSystem Digitalverbindung für Niedervolt Lasten installiert sich so einfach wie eine 10V-Steuerung und ermöglicht eine individuelle Lichtsteuerungskontrolle. Gleichzeitig ist die Lösung besonders flexibel: Statt der bisher üblichen 16 programmierbaren Gruppen lassen sich hier bis zu 100 digital konfigurierte Zonen definieren, die separat angesteuert und ohne Neuverkabelung jederzeit wieder verändert werden können. Die Möglichkeiten verschiedener Lichtszenarien werden damit ebenso erhöht wie die Flexibilität des einmal installierten Systems bei Nutzerwechseln und/oder gewandelten Nutzeranforderungen. EcoSystem wird mit verschiedenen Vorschaltgeräten für die am meisten verbreiteten T5- und T8-Lampen im Bereich von 14 bis 54W angeboten sowie mit einem 25W-LED-Treiber, der ein weites Spektrum von Stromstärken und Spannungen abdeckt. Er kann beim Hersteller von 200mA bis 1,05A (in 10mA-Schritten) bzw. von 8 bis 40V (in 0,5V-Schritten) programmiert werden.

Strategien der Energieeinsparung

Der Anwender profitiert von EcoSystem als kostengünstige Möglichkeit, die Flexibilität von Lichtzonen zu erhöhen, bei einfacher Installation. Noch überzeugender als diese technischen Argumente sind für den Endkunden allerdings meist die mit der Technik erschließbaren Energieeinsparpotenziale, die sich über vier unterschiedliche Strategien und Handlungsansätze erreichen lassen und für den Hersteller von besonderer Relevanz sind:
1. Der Betreiber kann gezielt das im Normalbetrieb erforderliche Lichtmaximum für jeden einzelnen Raum festlegen und so kontinuierliche Überversorgungen verhindern.
2. Mithilfe der Anwesenheitssensoren lässt sich eine automatische Abschaltung oder ein selbsttätiges Dimmen programmieren, sodass nur tatsächlich genutzte Teilflächen voll beleuchtet werden.
3. Die Tageslichtsensoren von EcoSystem ermöglichen eine Beleuchtung in Abhängigkeit vom Tageslichtangebot. Bei intensivem natürlichem Licht werden die Lampen nach Maßgabe der erforderlichen Beleuchtungsstärke gedimmt oder sogar abgeschaltet. Wird diese Funktion vorgesehen, sollte der Elektrofachmann in jedem Fall die bei EcoSystem vorgesehene steuerungstechnische Integration motorisierter Jalousien prüfen, wie sie in modernen Bürogebäuden zur Verhinderung von Blendung und Raumaufheizung häufig zum Einsatz kommen.
4. Für einen gesenkten Stromverbrauch nicht zu unterschätzen sind von den Raumnutzern selbst per Hand vorzunehmende Steuerungseingriffe durch Handsender oder wandhängende Bedienelemente. Denn die Nutzer erleben die Lichtsituation unmittelbar und können am besten den momentanen Beleuchtungsbedarf abschätzen. Die direkte Zugriffsmöglichkeit vom Raum aus sollte bei Lichtsteuerungen in jedem Fall vorgesehen werden, damit kein Gefühl der Fremdbestimmung aufkommt und die ansonsten selbsttätige Steuerung tatsächlich als zusätzlicher Komfort akzeptiert wird.

Einbindung in übergeordnete Systeme möglich

EcoSystem von Lutron kann mit der Lichtmanagementsystem Energi Savr Node als Insellösung für einzelne Räume oder Säle verwendet werden, aber auch für die Lichtsteuerung in kompletten Etagen oder kleineren Gebäuden. Die Technik lässt sich als Modul zudem in das System Quantum vom gleichen Hersteller integrieren. Diese umfassende Steuerungslösung wurde für zentralisierte Anlagen in größeren Gebäuden oder ganzen Gebäudekomplexen entwickelt und kann über standardisierte Schnittstellen wie KNX in die übergeordnete Gebäudeleittechnik des Kunden integriert werden. Lutron unterstreicht mit diesem aufeinander abgestimmten Systemaufbau seine Kompetenz für energiesparende Lichtsteuerungslösungen jeder Größenordnung.

Das könnte Sie auch interessieren

Drei Meisterstipendiaten legen erfolgreich Abschlussprüfung ab

Seit 2015 lobt die Initiative Elektromarken. Starke Partner. jährlich zehn Meisterstipendien aus. Die Unterstützung der 17 Markenhersteller erzielte viele positive Resonanzen und trägt bereits Früchte: Drei der Meisterstipendiaten 2016 haben mittlerweile erfolgreich ihren Meisterabschluss in der Tasche. Auch in diesem Jahr lobt sie wieder Meisterstipendien aus.

Anzeige
VDE-Forum zur Deutschen NormungsRoadmap ‚Elektrische Energieeffizienz‘

Vom 5. bis 6. Dezember 2017 findet in der alten Schlosserei der Energieversorgung Offenbach (EVO) das VDE-Expertenforum zur Deutschen Normungs-Roadmap ‚Elektrische Energieeffizienz‘ statt. Bei steigenden Energiepreisen und knappen Energieressourcen hängen Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit immer mehr von der Fähigkeit ab, den Einsatz von Energie möglichst effizient zu gestalten.

Experte für Arbeitgebermarke verstärkt die Elmar-Jury 2017

In diesem Jahr verleiht die Initiative ‚Elektromarken. Starke Partner.‘ erstmals einen Elmar für den besten Arbeitgeber. Die neu geschaffene Kategorie richtet sich an alle Elektrohandwerksbetriebe, die außergewöhnliche sowie innovative Mitarbeiterkonzepte entwickelt und umgesetzt haben. Als Spezialist für das Thema Arbeitgebermarke ist dieses Jahr der deutsche Employer Branding-Stratege Ingo Müller Teil der vielseitig versierten ELMAR-Jury.

German Brand Award für Merten

Schneider Electric gehört mit seiner Marke Merten zu den Preisträgern des German Brand Award 2017, der vom Rat für Formgebung und dem German Brand Institute verliehen wird. Mit dem Award werden erfolgreiche Markenführung und nachhaltige Markenkommunikation ausgezeichnet.

Grundlagen und Planungshilfen für die Gebäudeautomation

Die Richtlinienreihe VDI3814 ‚Gebäudeautomation‘ wird derzeit vollständig überarbeitet. Ziel ist es, die bisher getrennten Planungsansätze der Anlagenautomation nach VDI3814 mit denen der Raumautomation nach VDI3813 zusammenzuführen. Weite Teile der bisherigen VDI3814 konnten in die EN ISO16484 überführt werden. Die neue VDI3814 soll wieder den aktuellen Stand der Technik in Planung und Ausführung von Gebäudeautomation beschreiben. Unter Gebäudeautomation werden dabei alle Maßnahmen, Einrichtungen, Prozesse, Software und Dienstleistungen zur automatischen Steuerung und Regelung, Überwachung, Optimierung und Bedienung sowie für das Management zum zielsetzungsgerechten Betrieb der Technischen Gebäudeausrüstung verstanden.

Deutsche setzen bei der Beleuchtung auf LED-Technik

LED-Licht spart Energie und damit Kosten. Zudem halten LED-Leuchtmittel um ein Vielfaches länger als konventionelle Leuchtmittel.