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Die Revolution am Herd:
Kochen mit
elektromagnetischer Induktion

Seit wenigen Jahren zieht eine wunderliche Technologie in die Häuser ein. Mit der Einführung der Induktionstechnik haben sich für den Anwender die Bedingungen in der Küche plötzlich geändert. Galten gestern noch Jahrzente alte Standards, sieht die Realität heute schon ganz anders aus. Was verbirgt sich hinter dieser neuen Technik? Ist die Zeit reif für den Umstieg?
Bilder: AEG Elektrolux
Sie gelten als sparsam, schnell und sicher: Induktionskochfelder. Und dennoch ist es verwunderlich, dass sie sich seit ihrer Einführung auf dem deutschen Markt noch nicht recht durchsetzen konnten und sich ihren Platz unter den Kochfeld-Techniken nur sehr bedächtig erkämpfen. An den technischen Eigenschaften kann es nicht liegen – auf den ersten Blick scheinen sie anderen Elektroherden wie Infrarot, Halogen und den klassischen Kochplatten überlegen zu sein. Sind es die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten, die sich dieser Tage etwa um das doppelte bis dreifache im Vergleich zu anderen Kochfeldern belaufen? Zu einem erheblichen Teil ist diese mäßige Bilanz womöglich den Herstellern der Geräte selbst zuzuschreiben, sind doch viele von ihnen bis heute nicht in der Lage, über Fragen des Designs und Zusatzattributen hinausgehend, dem Kunden die elementaren Vorteile dieser Technik zu vermitteln, was diesen von einer teuren Anschaffung verständlicherweise abhält.

Eine Alternative unter den Elektroherden

Beim Induktionsherd wird die zum Kochen benötigte Hitze direkt im Kochgeschirr erzeugt. Die unter dem Herd befindlichen Spulen erzeugen ein elektromagnetisches Wechselfeld, das in Kochbehältnissen, welche aus ferromagnetischem Material, wie beispielsweise Gusseisen oder Edelstahl bestehen, eine Spannung induziert. Die dabei entstehenden Wirbelströme erzeugen die Hitze, welche im Gegensatz zu allen anderen Kochfeldern, nicht erst von außen dem Kochbehältnis zugeführt werden muss. Das hat in der Praxis zur Folge, dass erstens der Herd selbst nicht erhitzt wird, also sicher vor Verbrennungsgefahr durch versehentliches Berühren ist, und dass zweitens eine größere Menge der eingesetzten Energie direkt in der Nahrung landet und nicht mehr als Abwärme endet – das Kochfeld weist also eine höhere Energieeffizienz auf. Laut Angaben der Stiftung Warentest werden mit der Verwendung eines Induktionskochfeldes lediglich 6,5min benötigt, um 1,5l Wasser von 15 auf 90°C zu erhitzen, unter Verwendung von Energie in Kosten von umgerechnet 0,03E. Diesen Zeitwert erreicht bei diesem Test keine andere Technik. Auch der Energieverbrauch ist bei allen anderen Elektroherden höher.

Einziger Kontrahent: Gas

Im Vergleich der Stiftung Warentest wurde die Induktionstechnik auch Gasbrennern gegenübergestellt. Das Resultat ist durchaus nennenswert. Die Energiekosten sind bei Gasbrennern nämlich geringer, als bei Induktionskochfeldern – sie können halb so gering sein. Der Zeitwert bleibt aber mit 10min im Vergleich der Stiftung Warentest, durchaus hoch. Im weiteren Vergleich mit Elektroherden aller Art hatten Gasbrenner die Fähigkeit, den Grad der verwendeten Hitze durch die Regulierung des Gasdrucks und der Flammenhöhe, den wechselnden Anforderungen des Anwenders flexibel anpassen zu können. Bei Induktionskochfeldern ist diese Eigenschaft sogar stärker ausgeprägt. Der Grad der angewandten Hitze wird durch Regulierung sofort verändert. Das kann sich allerdings auf den unerfahrenen Anwender nachteilig auswirken, sofern dieser nicht auf eine bei vielen Geräten jedoch optional erhältliche automatische Temperaturregulierung zurückgreifen kann. Ein wesentlicher Punkt, der gegen Gasbrenner spricht, ist der vergleichsweise hohe Reinigungsaufwand, der bei Induktionskochfeldern aufgrund der Bauweise gering ausfällt. Hinzu kommt die Tatsache, dass vom Kochfeld selbst keine Hitze erzeugt wird, was ein Einbrennen von Übergelaufenem quasi ausschließt. Einzig die von vielen Anwendern eines Gasbrenners beliebte Flammenbildung im Kochbehältnis ist mit der Induktionstechnik verwehrt.

Lohnt sich die Investition?

Den beschriebenen Vorteilen stehen einige zu beachtende Schwachpunkte im Vergleich zu anderen Techniken gegenüber. Die Anschaffungskosten sind noch durchaus hoch. Die Einsparung durch geringere Energiekosten wird, wenn man die durchschnittliche Lebenszeit eines solchen Gerätes von etwa 15 Jahren berücksichtigt, dadurch stark relativiert. Ein zusätzlicher Kostenfaktor kann auch die Tatsache sein, dass nur eine eingeschränkte, meist im eher teureren Bereich angesiedelte, Auswahl an Kochbehältnissen überhaupt induktionsfähig ist. Das ist allem bei einem erwogenen Wechsel auf Induktionstechnik zu berücksichtigen. Zu erwähnen ist auch, dass die Auswahl an verschiedenen Gerätemodellen zwar nicht gering ist, sich die Hersteller in aller Regel jedoch kaum bemühen ihre Induktionsgeräte adäquat zu bewerben und dem Interessenten verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Der Käufer ist bei der vergleichenden Suche nach dem passenden Gerät oftmals einem Dickicht von unübersichtlichen und teilweise unzureichenden Produktinformationen ausgesetzt. Manche Produkte überseeischer Hersteller sind im Inland gar nicht erst erhältlich. Auch kann sich, wie bereits erwähnt, die Handhabung als schwierig erweisen, sofern der Käufer nicht zusätzlich in unterstützende Funktionen investieren will.

Ein Kochfeld kommt selten allein

Wer sich allerdings für die Anschaffung eines Induktionsherdes entscheidet, hat eine breite Auswahl an Geräten in verschiedenen Größen mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Die meisten Geräte sind über Berührungssensoren oder stufenlose Drehscheiben bedienbar und erkennen, ob ein Kochbehältnis nicht magnetisch ist, oder etwa zu klein, wie beispielsweise ein Ehering oder ein Löffel. Sie schalten sich in dem Fall automatisch ab. Auch gibt es Modelle, die in Kombination mit anderen Typen von Kochfeldern erhältlich sind, beispielsweise mit Halogen- oder Infrarottechnik. Einige Hersteller bieten auch Besonderheiten, wie z.B. induktionsbasierte Kochmulden für die Anwendung an Woks.

Fazit

Die Induktionstechnik hat zweifelsohne nennenswerte Vorteile gegenüber allen anderen bisherigen Kochtechniken. Letztlich gleichen sich Anschaffungskosten und Energiekostenersparnis im Vergleich zu anderen Kochfeldern fast aus. Die eigentliche Revolution am Herd ist die Möglichkeit, bis zu einem Drittel an Zeitaufwand bei der Nahrungszubereitung einzusparen und die vollends verbannte Verbrennungsgefahr.

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