Deutsche Post Straubing: Energieeffiziente Beleuchtung

Die Steigerung der Energieeffizienz für mehr Klimaschutz ist ein intensiv diskutiertes Thema, auch bei der Deutschen Post. Diese überprüft seit letztem Jahr im Rahmen ihrer ‚Go Green‘-Initiative, inwieweit eine energieeffizientere Beleuchtung in ihren Liegenschaften dazu beitragen kann, den CO2-Ausstoß der gesamten Logistik-Kette zu reduzieren. Denn gerade in der Beleuchtung, wo Kosten für Energie rund die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen, liegt eine Menge Potenzial für Einsparungen.
Schritt eins der ‚Go Green‘-Initiative der Deutschen Post war die Modernisierung der Beleuchtungsanlage des Briefzentrums in Straubing im Februar 2010. Für den Postleitzahlenbereich 94 zuständig, gehört das 1994 eröffnete Zentrum zu den mittelgroßen, die für 750.000 bis 1.500.000 Briefsendungen täglich ausgelegt sind.

Energy Audit: Potenziale aufdecken

Grundlage der Modernisierung war ein Energy Audit. Dieses kann grundsätzlich für alle Gewerke des Gebäudemanagements durchgeführt werden. Im Falle Briefzentrums Straubing wurde die Beleuchtungsanlage unter wirtschaftlichen und optischen Gesichtspunkten analysiert. Ziel war, eine sparsame und auch im Hinblick auf geltende Normen (DIN EN12464 – Beleuchtung von Arbeitsstätten) geeignete Beleuchtungseinrichtung zu schaffen. Die Lichtqualität sollte erhalten bleiben oder verbessert werden. Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Wartungskosten sollten sinken.

Flexibel bleiben

Auf Basis dieses Audits wurden in Straubing die in die Jahre gekommenen Lichtband-Leuchten mit T8-Lampen durch rund zehn neue Lichtbänder mit Modario-Leuchten inklusive eines speziellen transparenten HDP-Reflektors (High Definition Prismatics) von Siteco ersetzt. Dieser Reflektor ist mit exakt berechneten Prismen ausgestattet und sorgt somit für homogene Helligkeit und optimales Licht in Räumen, in denen viel gearbeitet wird. Die Leuchten sind mit je einer Leuchtstofflampe Lumilux T5 80W Constant HO und dimmbaren elektronischen Multiwatt-Vorschaltgeräten (Multiwatt-EVG) von Osram ausgestattet.

Energieeffiziente Lichtlösung

Die T5-Constant-Technologie bewirkt, dass die Lampe im gesamten Temperaturbereich zwischen 5 und 70°C einen gleichbleibend hohen Lichtstrom, das heißt mindestens 90% des Nenn-Lichtstroms, aufweist. Die Multiwatt-EVG haben eine geringe Stand-by-Leistungsaufnahme von lediglich 200mW und tragen zu einer energieeffizienten Lichtlösung bei. Sie bieten zudem den Vorteil, dass ohne technische Änderung in der Leuchte auch T5-Leuchtstofflampen 35 bzw. 49W eingesetzt werden können. Aktuell erzielt das System eine gleichmäßige, helle und normgerechte Ausleuchtung der Sortierhalle mit einer Mindestbeleuchtungsstärke von 500lx. Zukünftig kann durch das Multiwatt-EVG ganz flexibel auf eine sich ändernde Nutzung bestimmter Hallenbereiche mit niedrigeren Beleuchtungsanforderungen reagiert werden. Da sich die Arbeits- und damit die Einschaltzeiten der Beleuchtung in den 13 Sortierbereichen der Halle über den Tag ändern, kann jeder Bereich individuell gesteuert werden. Im Hintergrund arbeitet ein modernes System zur Gebäudesteuerung (KNX). Darüber werden die einzelnen Leuchten auch von mehreren Lichtbändern zu Gruppen zusammengefasst und konfiguriert, das heißt: Entsprechend der Beleuchtungsaufgabe werden individuell Beleuchtungsstärke und Einschaltzeit festgelegt. Diese Konfiguration lässt sich jederzeit vor Ort über einen Enocean-Funkschalter oder über eine Ethernet-Schnittstelle von jedem PC aus verändern. Auch die netzunabhängige Notbeleuchtung ist in das KNX-System integriert. Dazu werden die Vorschaltgeräte bestimmter Leuchten so eingestellt, dass sie beim Ausfall der Netzversorgung die Lampen soweit dimmen, um die in Normen geforderte mittlere Beleuchtungsstärke von 1lx zu gewährleisten.

Tageslichtabhängige Beleuchtung

Das Lichtmanagement geht aber noch einen Schritt weiter: Um ein möglichst großes Energieeinsparpotenzial zu erschließen, erfasst ein zentraler Lichtsensor das Umgebungslicht in der Halle. Entsprechend werden die zugeordneten Leuchten bzw. Leuchtengruppen tageslichtabhängig auf eine konstante Beleuchtungsstärke gedimmt, sodass immer angenehmes Arbeitslicht vorhanden ist.

70% jährliche Energieeinsparung

Gegenüber der alten Beleuchtung wird eine Reduzierung des jährlichen Stromverbrauchs um etwa 60% erwartet. Insgesamt spart die Deutsche Post durch diese Modernisierung im Straubinger Briefzentrum jährlich über 30.000 Euro an Energie- und Wartungskosten. Zudem lässt sich der Energiebedarf für die Beleuchtung optional auch per Internet in der Bonner Zentrale der Deutschen Post überwachen.

Kasten: Ablauf eines Energy Audits von Osram

Ein Energy Audit läuft üblicherweise wie folgt ab, wobei individuelle Anforderungen selbstverständlich berücksichtigt werden können:
– Erfassung der Basisdaten (z.B. Kosten für Lampenwechsel, Strompreis)
– Inaugenscheinnahme der Beleuchtungsinstallation vor Ort: Welche Bereiche sollen überprüft werden, gibt es besondere Anforderungen oder bereits konkrete Änderungswünsche?
– Detailerfassung der bestehenden Installation: Vor Ort erfasst ein Team alle Brennstellen einschließlich der Leuchte, des Vorschaltgeräts, der Beleuchtungsstärke, Einsatzbereiche usw.
– Erarbeitung möglicher Optimierungsansätze: Das Team erarbeitet alternative Beleuchtungslösungen für die spezifischen Anforderungen der analysierten Liegenschaft.
– Präsentation der Ergebnisse: Kosten für die alte und neue Anlage pro Jahr inklusive Amortisationszeiten
– Detaillierte Einsparberechnungen: Priorisierung nach Kostenarten (was verursacht bisher die höchsten Kosten?) bzw. nach Paybackzeiten (welcher Optimierungsansatz rechnet sich am schnellsten?)
– Entscheidung über die beste Alternative: Welche Beleuchtungslösung bietet den größten Nutzen in Relation zur geforderten Amortisationszeit? Die Empfehlung kann vom 1:1-Lampenaustausch über den Einsatz von Lichtmanagementsystemen bis hin zu vollständig neuen Beleuchtungsanlagen reichen.
– Erstellung einer individuellen Lampenbestückungsliste für die Liegenschaft: Nach Einsatzort mit detaillierten Daten für Leuchtmittel und ggf. neue Leuchten, sodass ersichtlich wird, welche Lampe wo durch was ersetzt werden könnte.
– Umsetzung der Energy-Audit-Ergebnisse

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