Der Zählerplatz wird zur Technikzentrale:

E-Mobilität und Stromspeicher eröffnen neue Chancen

Geschäftsfelderweiterung der häuslichen Elektroinstallationstechnik durch Integration neuer Technologien

Nicht zuletzt als Folge der Energiewende befindet sich die Zählerplatz-Technologie im Umbruch: Zu den ursprünglichen Funktionen ‚Zählen und Verteilen‘ kommen zahlreiche weitere hinzu. Treiber dieser Entwicklung sind gesetzliche und normative Vorgaben vor dem Hintergrund neuer energiepolitischer Rahmenbedingungen wie z.B. Veränderungen in der Versorgungsstruktur oder auch der massive Ausbau der erneuerbaren Energien.
All dies hat unmittelbare Folgen auf die Ausstattung des Zählerplatzes. Als neue Anwendungen zu integrieren sind z.B. Smart-Metering- und Smart-Grid-Funktionen oder auch Anforderungen der regenerativen Energie-Erzeugung in Verbindung mit Elektrostraßenfahrzeugen und Energiespeicher-Technologien. Die technische Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben greift die Anwendungsregel VDE-AR-N 4101:2011-8 vom 1. August 2011 auf. Sie beschreibt Art und Umfang der technischen Mindestanforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen einschließlich Erzeugungsanlagen, die an das Niederspannungsnetz angeschlossen werden sowie deren Umgebungsbedingungen. Hierbei sind die Anforderungen an die Installation von vollmodularen Messsystemen im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes 2012 (EnWG 2012) berücksichtigt. Die verbindliche Ausweitung der Messeinrichtung hin zu einem Messsystem mit Kommunikationsmöglichkeit zum Datenaustausch durch den Gesetzgeber lässt sich am einfachsten mit einem modular aufgebauten Konzept wie dem eHZ-System umsetzen. Denn beim eHZ-Konzept sind die kommunikationstechnischen Anforderungen hinsichtlich der verbindlichen Einführungen von Messsystemen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des EnWG konstruktiv berücksichtigt – eHZ-Zählerplätze mit BKE-I sind ab Werk entsprechend der DIN VDE0603-5 sowie der DIN43870 Anhang A1 mit entsprechenden Installationsräumen (Raum für Zusatzanwendungen) ausgestattet, um die geforderten Kommunikationseinrichtungen integrieren zu können. Das gilt sowohl für Neuanlagen als auch für Bestandsanlagen mit 3-Punkt-Befestigung, die der Elektroinstallateur z.B. mithilfe entsprechender Adapterlösungen leicht zur eHZ-Systemtechnik aufrüsten kann. Zur Ertüchtigung einer 3-Punkt-Anlage für die eHZ-Technik stehen drei Varianten zur Verfügung: Die Aufrüstung mit einer BKE-AZ nach DIN VDE0603 Teil 5, bei dem der Raum für Zusatzanwendungen normativ festgelegt ist, sodass auch hiermit eine schnelle, einfache, sichere und damit letztendlich wirtschaftliche Montage sichergestellt ist. Gleiches gilt für den Einbau einer neuen Zählertragplatte mit BKE-I nach DIN VDE0603 Teil 5 in einen bestehenden 3-Punkt-Zählerschrank. Als dritte Möglichkeit bietet sich zudem der Austausch des kompletten Zählerfeldes gegen ein eHZ-Zählerfeld an. Hier ist im Einzelfall abzuwägen, welche der drei genannten Varianten technisch und wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Diese Überprüfung kann z.B. im Rahmen des e-Checks durch den Elektroinstallateur erfolgen.

Geschäftsfeld ‚Eigenstromnutzung‘

Technische Lösungen für die Eigenstromnutzung werden in Zukunft immer stärker an Bedeutung gewinnen. Denn angesichts der aktuellen Fördersätze ist die Eigenstromnutzung für Hausbesitzer am wirtschaftlichsten: Lag die Einspeisevergütung für photovoltaisch erzeugten Strom 2004 noch bei fast 60ct/kWh, so sind es 2015 nur noch 12,5ct. Bei Stromgestehungskosten von 9 bis 14ct/kWh droht im ungünstigen Fall also sogar eine Negativrendite. Um eine möglichst hohe Eigennutzung zu erzielen, führt für den Betreiber einer Photovoltaikanlage an Batteriespeicher- und Energiemanagementsystemen daher kein Weg vorbei. Denn beim Verzicht auf solche Systeme ist lediglich eine maximale Eigennutzung von 20 bis 30% möglich. Das heißt im Umkehrschluss: 70 bis 80% der erzeugten Energie müssen wenig lukrativ ins Netz eingespeist werden. Die konkreten Auswirkungen zeigt das folgende Rechenbeispiel: Beim Einsatz einer 6kWp-PV-Anlage mit einer durchschnittlichen Stromerzeugung von 5.700kWh pro Jahr und einem Jahresverbrauch von 5.000kWh reduzieren sich die jährlichen Gesamtkosten für einen Haushalt bei 80% Eigennutzung um rund 400? gegenüber einem Haushalt mit einer Eigennutzung von nur 20% ohne Batteriespeicherung. Das heißt: Die Kosten für ein Batteriespeichersystem würden sich in einem überschaubaren Zeitraum schnell amortisieren und es würden kurzfristig Gewinne erzielt. Damit eröffnen solche Systeme dem Elektroinstallateur ein lukratives und zukunftssicheres Geschäftsfeld. Um dieses erschließen zu können, entwickelt Hager zurzeit ein Batteriespeichersystem, das an bestehende Elektroinstallationen angeschlossen werden kann und damit den Zählerplatz als Technikzentrale weiter aufwertet.

Geschäftsfeld E-Mobilität: Integration von Ladestationen

Schon heute verfügbar sind die Hager Lösungen für die Elektromobilität. Auch diese bietet die Möglichkeit, selbst erzeugten Strom zu nutzen. So ist eine moderne Photovoltaik-Dachanlage von nicht einmal 15m² in der Lage, den gesamten Jahresstrombedarf eines Elektrofahrzeugs mit typischer Jahresfahrstrecke zu decken. Da nach Meinung vieler Fachleute rund 70% aller Ladevorgänge zuhause stattfinden werden, ist auch die entsprechende Ladetechnik in die häusliche Installation zu integrieren. Mit dem Konzept des eHZ-Zählerplatzes als Technikzentrale mit elektronischen Haushaltszählern, Sicherungseinrichtungen sowie den eigenen Ladestationen witty.home für den Privatbereich und witty.park für halböffentliche Anwendungen stellt Hager dem Elektroinstallateur bereits heute entsprechende Lösungen zur Verfügung.

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