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Bussysteme für die
Gebäudeautomation: EIB/KNX

Bussysteme sind zuständig für die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten einer Elektroinstallation. Um den gestiegenen Ansprüchen in der Gebäudeautomation gerecht zu werden, sind Systeme gefragt, die eine gemeinsame Bedienung der verschiedenen Anlagenteile wie Beleuchtung, Heizung oder Alarmanlage ermöglichen. Es sind Bussysteme sowohl nach offenen als auch herstellerspezifischen Standards zu finden. Nachfolgend wird eins der gängigsten offenen Bussysteme für die Gebäudeautomation EIB/KNX vorgestellt.
Bilder: Merten GmbH & Co. KG, Hager Group
Schnurlos und digital vernetztes Wohnen liegt im Trend. Die Umsetzung eines solchen so genannten „Intelligenten Hauses“ wäre mit herkömmlicher Verdrahtung aufwendig und teuer. Auch in Bürogebäuden und Zweckbauten sind die Anforderungen an die Systemtechnik gestiegen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sind Bussysteme speziell für die Gebäudetechnik entwickelt worden. Neben den großen Systemen findet man eine Vielzahl von kleinen Lösungen, die auf bestimmte Anwendungen optimiert sind. Eine der bekanntesten und gängigsten Systeme ist der Europäische Installationsbus EIB/KNX. Bereits im Jahr 1980 begannen verschiedene Unternehmen darüber nachzudenken, die Bustechnologie für die elektrische Installationstechnik und Gebäudetechnik anzuwenden. Um einen weltweiten Standard in den Markt einzuführen, kam es im Jahr 1990 zum Zusammenschluss der führen­den Hersteller der elektrischen Installationstechnik zur European Installation Bus Association (EIBA) und später Konnex Association. Die Geschäftsstelle des Verbands befindet sich in Brüssel, und der Gründung folgte die Einrichtung von 15 nationalen EIBA-Gruppen als Kontaktzentren und Interessenvertretungen. Inzwischen besteht die EIBA aus 113 weltweit tätigen Herstellerfirmen. Die
dezentrale Organisation der Vereinigung trägt in großem Maße zum Erfolg der EIB-Technik bei.

Flexibles Konzept

Der EIB/KNX ist ein offener Standard, der das Zusammenspiel von Komponenten unterschiedlicher Hersteller möglich macht. Veränderungen und Erweiterungen lassen sich somit leichter umsetzen. Dieses hohe Maß an Flexibilität wird heute in Gebäuden wie Industriebetrieben, Banken, Büro- und Verwaltungs­gebäuden genauso verlangt wie in modernen Wohnhäusern. Das System kann in allen wichtigen Anlagenteilen der Gebäudetechnik eingesetzt werden, was die gemeinsame Planung und Ausführung der verschiedenen Bereiche gewährleistet. Das EIB/KNX-System besteht aus Sensoren, Aktoren und einer Busleitung, die alle Sensoren (Befehlsgeber) und Aktoren (Befehlsempfänger) für den Telegrammverkehr miteinander verbindet. Über die gemeinsame Busleitung kommunizieren die Teilnehmer miteinander und tauschen Daten aus. Eine zentrale Steuerung ist nicht notwendig. Dies hat den Vorteil, dass es zu keinem Totalausfall des Systems kommen kann. Jedes Gerät besitzt einen eigenen Mikroprozessor mit entsprechenden Speicherbausteinen wie ROM, RAM und EEPROM. Die Funktionalität wird durch die Parametrierung festgelegt und kann jederzeit individuell angepasst werden.

Engineering Tool Software

Die Engineering Tool Software ETS, die von der EIBA Brüssel in Zusammenarbeit mit Softwarehäusern und EIB/KNX-Herstellern entwickelt und vertrieben wird, ist modular aufgebaut und in
verschieden Sprachversionen erhältlich. Es wird auch eine Starter- und Testversion angeboten. Die Projektverwaltung enthält alle benötigten Datensätze. Die Produktdatenbanken der verschiedenen Hersteller werden entweder auf Datenträger bezogen oder können auch über das Internet heruntergeladen werden. Es besteht die Möglichkeit, vom EIB/KNX-Systemintegrator nach Bedarf projektbezogene Daten in die Datenbank zu laden. Zahlreiche Tools wie Statistik- und Diagnosefunktionen erleichtern die Verwaltung und Inbetriebnahme. Für die Inbetriebnahme wird der Bus über eine RS232-Schnittstelle mit dem PC verbunden. Das Projekt mit seinen Parametern kann nun in die EIB/KNX-Geräte geladen werden.

Ausblick

Die drei konkurrierenden europäischen Bussysteme EIB (European Installation Bus), BatiBUS sowie EHS (European Home Systems) haben die Konnex Association gegründet und den KNX-Standard entwickelt. EIB entspricht sowohl dem EIB-Standard als auch dem KNX-Standard. Mit der Gründung dieser Interessengemeinschaft ist neben den Firmen der elektrischen Installationstechnik auch die Integration von Unternehmen aus den Bereichen HKL (Heizung-Klima-Lüftung), Hausgeräte und Energieversorgung möglich. Diese Zusammenarbeit bringt zahlreiche Systemerweiterungen für die Funktionen der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsbranche, sowie den Sicherheitsbereich und der „Weißen Ware“. Möchte man ausschließlich das Licht schalten, lohnt sich der Einsatz von EIB/KNX nicht. Im Vergleich zur herkömmlichen Elektroinstallation ist dieses System wesentlich teuer. Je komplexer die Anwendungen werden und umso mehr Technik eingesetzt wird, desto sinnvoller ist die Verwendung der EIB/KNX-Technik. (hsc)

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