Brandschutz für den
niedersächsischen Landtag

Seit dem 11. September 1962 hat der niedersächsische Landtag seinen Sitz im hannoverschen Leineschloss. Um die IT-technischen Infrastrukturen der Landesregierung auch im Brandfall nicht zu gefährden, setzt man im neu gebauten unterirdisch gelegenen IT-Zentrum auf eine Brandschutzlösung von Wagner.
Gerade in Rechenzentren ist durch die Vielzahl elektrischer Anlagen das Brandrisiko z.B. durch einen Kabelbrand oder Kurzschluss besonders hoch. Laut einer VdS-Statistik aus dem Jahr 2008 entstehen bis zu 25% aller Brände durch Mängel an Betriebsmitteln, Leiteranschlüssen und -verbindungen, Überlast-und Kurzschlussorganen sowie bei Kabelleitungen. Gleichzeitig bringen die Kunststoffe in Kabeln, Leiterplatten und Gehäusen eine hohe Brandlast mit sich. Bereits geringe Mengen Rauchgas können die empfindlichen IT-Komponenten so stark schädigen, dass es zu einem Teil- oder Komplettausfall des Rechenzentrums kommen kann. Im schlimmsten Fall kann aus einem Brand der Verlust wichtiger, unwiederbringlicher Daten resultieren. Im niedersächsischen Landtag würde ein Ausfall der IT erhebliche Störungen in den internen und externen Abläufen verursachen oder Teile der Verwaltungs- und Fraktionsgeschäfte sogar vollständig lahmlegen. Bei der Einrichtung des neuen Rechenzentrums im Jahr 2011 wurde daher ein umfassendes Brandschutzkonzept gefordert, um die Sicherheit und Verfügbarkeit der IT zu gewährleisten.

Vermeidung brandbedingter Ausfälle der IT-Infrastruktur

Das Schutzziel für das Rechenzentrum des Niedersächsischen Landtags umfasst zwei wesentliche Kriterien: Zum einen sollte eine Schutzatmosphäre mit reduziertem Brandrisiko geschaffen werden, in dem rechenzentrumstypische Materialien nur eingeschränkt brennbar sind, zum anderen sollte die Sauerstoffkonzentration nur soweit reduziert werden, dass eine freie Begehbarkeit des Rechenzentrums weiterhin erhalten bleibt und der Betrieb der IT-Einrichtung nicht behindert wird. Dies ist bei 17 Vol.-% uneingeschränkt möglich. Zum anderen sollte im Ereignisfall ein Brand frühestmöglich erkannt werden, um geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Im Niedersächsischen Landtag wird bei einer Rauchdetektion im Rechenzentrum der Sauerstoffgehalt durch eine Schnellabsenkung weiter bis in die Sicherheitslage von unter 14,6 Vol.-% gebracht und ein möglicher Brand erstickt. Auch in dieser Sicherheitslage kann das Rechenzentrum weiterhin von befugten Personen betreten werden. Zudem sollte die Verfügbarkeit der Einrichtungen auch im Brandfall unbedingt erhalten bleiben – ein Stromlosschalten der IT während eines eventuell notwendigen Löschvorgangs durch die Schnellabsenkung galt es ausdrücklich zu vermeiden. Anstelle einer herkömmlichen Löschanlage bildet eine Brandvermeidungsanlage von Wagner das Herzstück des technischen Brandschutzes. Das aktive Brandvermeidungssystem OxyReduct kann die Entwicklung eines Brandes unter bestimmten Bedingungen verhindern. Das Rechenzentrum wird zugleich durch Titanus-Ansaugrauchmeldesysteme zur Brandfrüherkennung dauerhaft überwacht. Im Fall einer Detektion können so Fehlfunktionen an der IT-Technik erkannt werden ohne dass ein Brand entstehen kann.

Atmosphäre mit verminderter Brandgefahr

Damit ein Feuer entstehen kann, ist ein ausreichendes Vorhandensein von Wärme, Sauerstoff und Brennstoff notwendig. Zur Verringerung der Brandgefahr muss lediglich einer dieser drei Faktoren vermindert werden. OxyReduct setzt auf das Prinzip der Sauerstoffreduzierung. Mittels kontrollierter Stickstoffzufuhr wird der Sauerstoff verdrängt und seine Konzentration in dem zu schützenden Bereich gemäß VdS-Richtlinie 3527 in EDV-Bereichen von üblichen 20,9 Vol.-% auf unter 14,6 Vol.-% abgesenkt. Stickstoff und Sauerstoff sind natürliche Bestandteile der Atmosphäre und allein die Veränderung ihrer Anteile minimiert das Brandrisiko erheblich. Durch den verringerten Sauerstoffgehalt wird einem möglichen Brand die ‚Luft zum Atmen‘ entzogen und in dem Rechenzentrum so eine Atmosphäre mit reduzierter Brandgefahr geschaffen. Der für die Sauerstoffreduzierung notwendige Stickstoff wird mittels Membran-Technologie direkt vor Ort aus der Umgebungsluft gewonnen. Entscheidend für eine Brandentstehung sind auch die Entzündungsgrenzen der Stoffe und Materialien im Schutzbereich. Auf Basis der EDV-typischen Materialien wurde die Sauerstoffkonzentration definiert und kontrolliert auf das entsprechende Sicherheitsniveau abgesenkt. Um die freie Begehbarkeit zu gewährleisten wird der Sauerstoffgehalt im Normalbetrieb des Rechenzentrums nicht sofort bis in die Schutzlage von unter 14,6 Vol.-% abgesenkt, sondern nur bis auf 17 Vol.-% reduziert. Bei 17 Vol.-% Sauerstoff ist das Brandrisiko bereits deutlich verringert. Gleichzeitig kann das Rechenzentrum weiterhin vom Personal betreten werden. Erst im Ereignisfall senkt die Sauerstoffreduzierungsanlage OxyReduct mittels einer Schnellabsenkung, wobei zusätzlicher Stickstoff aus Flaschen in das Rechenzentrum eingeleitet wird, die Sauerstoffkonzentration sinkt innerhalb weniger Minuten weiter bis auf unter 14,6 Vol.-% ab und verhindert so den Brand bereits in seiner Entstehungsphase. Auch auf diesem Niveau ist der Zugang zu den Räumen für arbeitsmedizinisch untersuchte Personen möglich, um mit einer Fehlersuche oder gegebenenfalls mit Sicherungsmaßnahmen zu beginnen. Die IT bleibt hierbei ohne stromlos zu schalten verfügbar.

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