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Belebende Lichtimpulse

In vielen Büros fehlt es an Tageslicht. Müdigkeit, Kopfschmerzen und andere Beschwerden können die Folge sein. Richtig geplant unterstützt die künstliche Beleuchtung den biologischen Rhythmus, steigert das Wohlbefinden und die Motivation.
Die moderne Wissensgesellschaft ist geprägt durch Büroarbeit. Für Millionen Menschen beginnt der Alltag mit dem Gang an den Schreibtisch. Damit dort optimal gearbeitet werden kann, muss die Beleuchtung stimmen. Denn 80% aller Informationen nehmen wir über unsere Augen auf. E-Mails lesen, Schreiben am Computer, Notizen mit Stift und Papier – die typischen Tätigkeiten des Büroalltags sind ohne Licht nicht denkbar. Seit einigen Jahren rückt jedoch eine weitere wichtige Funktion der Beleuchtung in den Mittelpunkt des Interesses: Licht ermöglicht nicht nur das Sehen, es taktet auch unseren biologischen Rhythmus, beeinflusst Leistungsvermögen und Wohlbefinden.

Entwicklungsgeschichte des Menschen

Über viele tausend Jahre hinweg hat sich der menschliche Körper an die natürliche Abfolge von Tag und Nacht angepasst. Der Wechsel zwischen Tageslicht und nächtlicher Dunkelheit setzt einen komplizierten biochemischen Mechanismus in Gang. Er bestimmt mit darüber, ob wir uns wach und leistungsbereit fühlen oder uns nach Ruhe und Entspannung sehnen. Erst 2002 wurden im Auge lichtempfindliche Zellen entdeckt, die nicht dem Sehen dienen. Stattdessen melden sie Lichtreize an eine bestimmte Gehirnregion und beeinflussen so die Ausschüttung von Hormonen, etwa des ‚Schlafhormons‘ Melatonin. Auf diese Weise wird unsere ‚innere Uhr‘ gestellt. Während das helle Morgenlicht den Körper aktiviert und auf Tagbetrieb trimmt, wirkt ein geringes Helligkeitsniveau mit warmen Lichtfarben dämpfend und leitet die Nachtruhe ein.

Biologische Dunkelheit im Büro

Der Taktgeber Tageslicht fehlt vielen Menschen, die viel Zeit im Büro verbringen. Ihre Arbeitsplätze werden häufig nicht mit ausreichend Tageslicht versorgt. Biologisch gesehen befinden sie sich trotz künstlicher Beleuchtung in Dunkelheit. Denn die lichtempfindlichen Zellen im Auge sind auf die speziellen Eigenschaften des Tageslichts eingestellt, z.B. hohe Beleuchtungsstärken und flächige Abstrahlung vom Himmel. Außerdem ist Tageslicht dynamisch; es wechselt Intensität, Lichtfarbe und Einfallswinkel im Tagesverlauf. Einer herkömmlichen Bürobeleuchtung fehlen diese Eigenschaften. Zum Vergleich: Während für klassische Bürotätigkeiten per Norm eine Beleuchtungsstärke von 500lx vorgesehen ist, begleiten uns im Freien auch an einem bewölkten Tag rund 10.000lx. Mangel an Tageslicht kann eine Reihe typischer Beschwerden verursachen: Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Antriebslosigkeit. Daher sieht die 2011 neu erschienene Norm DIN EN 12464-1 ‚Beleuchtung von Arbeitsstätten‘ eine ausreichende Versorgung von Arbeitsplätzen mit Tageslicht vor. Dennoch sind Büros immer auf eine künstliche Beleuchtung angewiesen. Moderne Lichttechnik berücksichtigt die natürlichen Bedürfnisse der Menschen und gibt der ‚inneren Uhr‘ die richtigen Impulse.

Hinweise für die Lichtplanung

Damit ergeben sich neue Anforderungen an die Lichtplanung. Benötigt werden Lichtkonzepte, die sich am Vorbild des Tageslichts orientieren. Um eine biologische Wirkung zu erzielen, müssen außer den klassischen Gütekriterien wie Blendschutz oder Farbwiedergabe weitere Größen berücksichtigt werden. Wichtige Faktoren sind u.a. flächige Lichtquellen, die das Licht breit abstrahlend von oben ins Auge lenken, sowie veränderliche Helligkeiten und Lichtfarben. So schafft etwa tageslichtweißes Licht mit Farbtemperaturen bis zu 6.500K und hohen Luxzahlen morgens eine anregende Atmosphäre. Warmweißes Licht bis 3.000K und niedrigere Beleuchtungsstärken sorgen abends für Entspannung.

Aspekte für aktivierende Wirkung

Um die aktivierende Wirkung des Lichts zu erzielen, sind Lichtquellen notwendig, die genügend Licht im blauen Spektralbereich ausstrahlen. Denn für Licht mit hohem Blauanteil sind die lichtempfindlichen Zellen im Auge besonders sensibel. Das menschliche Auge ist an eine flächige Beleuchtung von vorne und von oben angepasst. Für einen biologisch wirksamen Lichteinfall sind daher flächige Leuchten besonders gut geeignet. Sie können zu großzügigen Lichtdecken kombiniert werden. Ein ähnlicher Effekt lässt sich mit aufgehellten Wand- und Deckenflächen erzielen. Besonders leicht lässt sich dynamische Beleuchtung mit digitaler Lichtsteuerung umsetzen. Lichtmanagementsysteme wie DALI (Digital Addressable Lighting Interface) machen es u.a. möglich, Lichtszenen zu speichern und abzurufen. Eine wichtige Voraussetzung sind Leuchten, die mit dimmbaren elektronischen Betriebsgeräten arbeiten.

Studie bestätigt positive Wirkung

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine dynamische, auf natürliche Bedürfnisse abgestimmte Beleuchtung im Büro zu mehr Wohlbefinden beiträgt und das Leistungsvermögen verbessert. So arbeiteten Angestellte bei einem Forschungsprojekt in einem Großraumbüro bei wechselnden Lichtstimmungen. Neben der Beleuchtungsstärke veränderte sich auch die Lichtfarbe im Tagesverlauf und erhöhte sich vorübergehend auf bis zu 8.000K. Die Mitarbeiter zeigten sich in Tests nicht nur wacher und leistungsfähiger, sie fühlten sich insgesamt wohler. Das Ergebnis macht deutlich: Von einer dynamischen, auf den biologischen Rhythmus abgestimmten Bürobeleuchtung profitieren Mensch und Unternehmen gleichermaßen.

LITERATUR

Weitere Hinweise zur Beleuchtung von Büros und Bürogebäuden enthält das neue Heft licht.wissen 04 ‚Licht im Büro, motivierend und effizient‘ (56 Seiten, ISBN 978-3-926193-71-1), herausgegeben von licht.de, der Fördergemeinschaft Gutes Licht. Das Heft gibt es unter www.licht.de/lichtwissen als PDF-Version zum freien Download sowie auf Bestellung auch als Print-Version.

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