Anzeige
Anzeige

Außergewöhnliche Erlebnisse mit BACnet

Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe verdienen ihr Geld mit außergewöhnlichen und aufwendigen Attraktionen, die oft auch besondere Anforderungen an die Gebäudeautomation stellen. Der offene Kommunikationsstandard BACnet sorgt dafür, dass hier auch nicht alltägliche Komponenten in die Gebäudeleittechnik integriert werden können.
Freizeit ist ein knapp bemessenes Gut. Die Unternehmen der Freizeit- und Unterhaltungsbranche müssen deshalb mit immer ausgefalleneren Attraktionen auftrumpfen, um ihre Besucherzahlen auf hohem Niveau zu halten. Viele Highlights oder Vorführungen sind technisch aufwendig und müssen neben den gängigen Standardanwendungen in die Gebäudeautomation integriert werden. Gerade für die Betriebe der Freizeit-Industrie ist es deshalb wichtig, Komponenten im Gebäudeleitsystem leicht verändern, austauschen oder ergänzen zu können, wenn Attraktionen oder Spielpläne wechseln.

Mit BACnet flexibel bleiben

Das herstellerneutrale Kommunikationsprotokoll BACnet (Data Communication Protocol for Building Automation and Control Networks) ermöglicht in der Gebäudeautomation den Informationsaustausch zwischen Geräten verschiedener Firmen und aus unterschiedlichen Gewerken. Dabei sorgt der Standard für einen durchgängigen Datenfluss von der Leittechnik über die digitalen Regelsysteme bis hin zu den Sensoren und Aktoren. BACnet ist als Norm DIN EN ISO16484-5 international anerkannt und wird von zahlreichen Herstellern unterstützt. Mit BACnet können technisch aufwendige Bühnenshows oder Publikumsmagneten ohne die Zwänge eines proprietären Standards geplant und in die Gebäudeleittechnik integriert werden. Sie lassen sich mit dem offenen Protokoll auch problemlos an bereits vorhandene Automationssysteme anbinden.

Show der Superlative im Friedrichstadtpalast

Die größte Theaterbühne und die größte fahrbare Eisflache der Welt machen den Berliner Friedrichstadtpalast zu einem Ort der Superlative. Unsichtbar für die allabendlich knapp 2.000 Gäste arbeitet im Hintergrund die Gebäudeautomation von Kieback&Peter, die gewerkübergreifend mit BACnet kommuniziert. Sie gewährleitstet neben einem sicheren, komfortablen und energieeffizienten Gebäudebetrieb auch Abend für Abend einen reibungslosen Showablauf. Die rund 2.800m² große Bühne des Theatergebäudes ist mit modernster Technik ausgestattet: Computergesteuerte Ventile zaubern einen Regenvorhang und riesige LED-Bänder, über 1.200 Scheinwerfer, zehn Video-Großprojektoren sowie 150 Moving Lights sorgen für unvergessliche Effekte. Unter der Bühne befindet sich zudem ein ausfahrbares Wasserbecken. Schon bei der Eröffnung 1984 war das Gebäude mit Leittechnik ausgestattet. Den aktuellen Anforderungen konnte dieses System aus DDR-Zeiten aber nicht mehr gerecht werden. Deshalb entschloss sich die Berliner Senatsverwaltung, ein modernes Automationssystem von Kieback&Peter zu installieren. Das Besondere: Die vorhandene Anlagentechnik für Lüftung, Heizung und andere Gewerke blieb weitestgehend erhalten und wurde bei laufendem Spielbetrieb in das Gebäudeautomationssystem integriert. Heute hat das System 16 Informationsschwerpunkte. Das vorhandene System DDC3000 für die Heizung wurde nahtlos integriert. Zehn Automationsstationen DDC4400 überwachen und steuern über BACnet die Lüftungsanlagen, Kaltwassertemperaturen und die Lichtsteuerung. Integriert wurden außerdem Verbrauchszähler für Strom und Wärme sowie das große Wasserbecken, wo Sensoren Wassertemperatur und Füllstand überwachen. Das Gebäudemanagement mit einer Neutrino-GLT kommuniziert ebenfalls über BACnet. Störungen werden sofort angezeigt und können schnell lokalisiert und beseitigt werden. Über die Gebäudeautomation von Kieback&Peter konnte die komplexe Anlagentechnik mit rund 2.000 Datenpunkten vollständig in ein übergreifendes System integriert werden. Erweiterungen und Modifizierungen sind dank BACnet möglich.

Energieeffiziente Aquarien im Allwetterzoo Münster

Eine hohe Energieersparnis durch den Einsatz moderner Regelungs- und Anlagentechnik war das Ziel bei der Modernisierung des Aquariumsgebäudes im Allwetterzoo Münster. Die großen Aquarien und die Kältemaschinen sollten ebenfalls in die Gebäudeleittechnik eingebunden werden, um ein Maximum an Effizienz zu erreichen. Der Systemintegrator SWG erarbeitete deshalb ein Automationskonzept für das gesamte Gebäude, das auf die Integration der Heizungspumpen und Frequenzumformer durch BACnet setzt. Erstmalig wurden in diesem Projekt sämtliche Hocheffizienz-Heizungspumpen der Wilo-Stratos Baureihe auf Feldebene über BACnet MS/TP intelligent eingebunden. Die Firma Wilo SE entwickelte für ihre elektronischen Pumpen eine BACnet-Anbindung, die in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten von der SWG im Gesamtkonzept eingesetzt wurde. Für die Regelung ergaben sich völlig neue Ansätze: Pumpen können jetzt nach Drehzahl, Massenstrom oder Druck geführt werden und liefern dabei ein differenziertes Bild der Betriebssituation. Somit ist es möglich, den Differenzdruck in Abhängigkeit von der Außen- oder Raumtemperatur bzw. der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf eines Heizkreises stetig zu optimieren. Die BACnet Schnittstelle von Wilo liefert unter anderem Informationen über Betriebsstunden oder Stromverbrauch. Differenzierte Störmeldungen helfen, Anlagenausfälle schon im Vorfeld zu vermeiden. Auch die autark arbeitende Temperierung aller großen Fischbecken sowie die Regelung der Kälteanlagen wurden über BACnet eingebunden und in das bestehende Störmeldesystem integriert. Über Webzugriff kann das Zoopersonal sich jederzeit ein klares Bild über die aktuelle Betriebssituation verschaffen. Bei der Lüftung erfolgte die Einbindung von Frequenzumformer und Registerpumpe ebenfalls über BACnet MS/TP. Weniger Hardware, optimierte Regelbarkeit und ein Plus an Information waren auch hier das Ergebnis. Die Erfassung des Energieverbrauchs erfolgt über Zähler mit integrierter BACnet Schnittstelle. Neben den reinen Verbrauchsdaten stehen damit auch Details wie Strom, Spannung oder Leistungsfaktor zur Verbrauchsanalyse zur Verfügung.

Mit BACnet unterhalten

Unterhaltung ist ein schnelllebiges Geschäft. Mit BACnet sind der Kreativität bei der Planung und Anpassung des Unterhaltungsbetriebes keine starren Grenzen gesetzt, da sich neue Technik herstellerunabhängig integrieren lässt. Darüber hinaus sorgt BACnet für Flexibität bei der Geräteauswahl. Betreiber und Planer treffen sich am 10. November auf dem BACnet Forum Frankfurt.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Die durchschnittliche Lebenserwartung von 79 Jahren bei Männern und 84 Jahren bei Frauen wird in Zukunft weiter steigen. Analog dazu spielt Active - oder auch Ambient - Assisted Living, kurz AAL, eine immer größere Rolle. Dahinter verbergen sich digitale und automatisch gesteuerte alltagstaugliche Assistenzsysteme, die zum Ziel haben, Menschen bis ins hohe Alter oder bei Krankheit ein langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Sonepar arbeitet an relevanten Systemlösungen und demonstriert Fachhandwerkern aktuelle Ergebnisse im unternehmenseigenen InnovationLab.‣ weiterlesen

Plötzlich blind. Vom einen auf den anderen Tag. Keine Orientierung mehr in den eigenen vier Wänden. Was sich wie eine Horrorgeschichte anhört, wurde für Frank R. plötzlich Realität. Durch eine Krankheit verlor der leitende Bankangestellte vor vier Jahren seine Sehkraft. Um die notwendige Erleichterung und Hilfe im (Wohn-)Alltag zu bekommen, hat er sich nach Recherchen dafür entschieden, sein Zuhause zu einem Smart Home umzurüsten. Das Konzept dahinter heißt Ambient Assisted Living (AAL). Seine Wahl fiel dabei auf das System von Digitalstrom.‣ weiterlesen

Anzeige

Die Wetterstation für das KNX-Gebäudebussystem erfasst mit Temperatur, Helligkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftfeuchtigkeit und -druck alle für die Gebäudesteuerung relevanten Wetterdaten. Besonders Temperatur (Frostgefahr), Niederschlag (Nässe) und Wind sind für den Schutz von Beschattungen und Einrichtung elementar. Die entsprechenden Alarmfunktionen lassen sich direkt in der KNX-Applikation des Suntracer KNX Pro konfigurieren, damit Beschattungen rechtzeitig eingefahren und Fenster geschlossen werden.‣ weiterlesen

Aufgrund der zunehmenden Vernetzung nimmt die Bedeutung der Funktechnologie kontinuierlich zu. So wuchs die Funktechnologie 2018 gegenüber zum Vorjahr um 32 Prozent. Dieses Kommunikationsmedium reicht von der kabellosen Datenübermittlung über lange Distanzen mittels LTE und zukünftiger 5G-Technologie, bis hin zu kurzen Distanzen über Meshnetzwerke. Nahezu jede smarte Anwendung profitiert von der Funktechnologie, die kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert wird. Anhand des Energy Harvesting Switch (EHS) von ZF lassen sich Vor- und Nachteile der verschiedenen Protokolle verdeutlichen.‣ weiterlesen

In Mannheim hat ein Paar sein Eigenheim komplett umgebaut - altersgerecht und zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Bauherrn. Dessen Aktionsradius wird mehr und mehr eingeschränkt durch Parkinson. Mit Hilfe moderner Technik kann er jetzt so lange und mit so wenig Unterstützung wie möglich im eigenen Zuhause leben. Basis ist die Vernetzung aller technischen Komponenten im Haus über ein KNX-System mit einem leistungsstarken Gira FacilityServer im Hintergrund. Bedient wird die gesamte Haus- und Medientechnik über eine Fernbedienung oder das iPad.‣ weiterlesen

Das Zauberwort Digitalisierung ist in aller Munde und auch in unserem Alltag merken wir die zunehmende Geschwindigkeit, mit der wir Informationen austauschen und verarbeiten. In kürzester Zeit haben wir mit einem Smartphone Informationen weitergegeben oder benötigte Artikel für ein Projekt nachgeordert. Vielleicht bestellt in ein paar Jahren eine KI die benötigten Bauteile anhand des Gebäudeplans automatisch. Dies und vieles mehr könnte bald möglich sein. Klar ist, dass wir uns in Zukunft auch in der Planung von modernen Gebäuden auf neue, digitale Werkzeuge und Prozesse einstellen müssen. Ein gutes Beispiel ist der BIM-Prozess.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige