Energiemanagement spart Aufwand im Netzausbau

Der Ausbau der Höchstspannungsnetze gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für die Energiewende in Deutschland.

Er ist aber mit Kosten im Milliardenbereich verbunden. Dabei sollte jedem klar sein: Mit einer dezentralen Energieversorgung, bei der überschüssiger Strom mit intelligenten Energiemanagern gespeichert und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt wird, lässt sich das Gesamtnetz entlasten. Und auch die Endverbraucher profitieren: Sie sparen jeden Monat bares Geld bei ihrer Stromrechnung.

Ein intelligenter Energiemanager sollte den Eigenverbrauch maximieren und den Bedarf planen können, damit so wenig Strom wie möglich bezogen und eingespeist wird. Er sollte so weit wie möglich in die Hausautomation eingreifen und den Eigenverbrauch und die PV-Produktion so genau wie möglich vorhersagen können. Um diese Aufgaben zu erfüllen, muss der Energiemanager relevante Größen wie die Verbrauchs- und Erzeugungskurven kennen. Erstere erhält er durch die ständige Messung des Verbrauchs im Haushalt. Durch die Korrelation mit bereits erfassten Daten kann der künftige Verbrauch vorhergesagt werden. Ein Beispiel: Wenn alle Bewohner berufstätig sind, lässt sich bei der Datenerfassung ein signifikanter Unterschied zwischen Wochentagen und Wochenenden feststellen. An Werktagen wird sich der Verbrauch in Richtung Grundlast bewegen, zum Beispiel den Betrieb von Kühlschränken, Wärmepumpen, Klimaanlagen, etc. Am Wochenende wird der Verbrauch entsprechend höher sein. Für die Vorhersage der Stromerzeugung muss der Energiemanager dagegen sämtliche relevanten Parameter der Solarstromanlage kennen. Dazu zählen die Anlagengröße, die Ausrichtung, die Neigung, etc. Um die Prognosen zu verbessern, sollten Wettervorhersagen eingebunden werden.

Schnittstellenvielfalt für eine flexible Datenkommunikation

Für die Kommunikation mit externen Wettervorhersagediensten sind entsprechende Schnittstellen erforderlich, mit denen der Energiemanager ausgestattet sein sollte. Außerdem sollte er über Schnittstellen für die sichere und zuverlässige Kommunikation mit den Verbrauchern – also Wärmepumpen, Heizregistern für die Gebäudeklimatisierung und Waschmaschinen – verfügen. Weil diese mit unterschiedlichen Protokollen arbeiten – zum Beispiel Modbus, KNX oder EIB – sollte der Energiemanager entsprechend ausgerüstet sein. Sollten die Einspeise- und Bezugspreise wie in den Niederlanden in Zukunft nicht mehr fix sein, sondern sich nach dem Angebot und der Nachfrage richten, muss der Energiemanager auch diese Informationen abfragen können, um die Gewinne zu maximieren. Um das Gesamtsystem vor Cyberangriffen zu schützen, ist es unabdingbar, das Energiemanagementsystem stets auf dem neuesten Stand zu halten und Sicherheitslücken konsequent zu schließen.

 

Mit Schwarmspeichern das Netz stützen

Eine dezentralisierte Energieversorgung ist aber nur der erste Schritt, um das Gesamtnetz zu entlasten. Um es effektiv zu stützen, müssen mehrere Speicher in einem Verbund agieren und miteinander kommunizieren. Eine Leistelle, die ihrerseits z.B. Regelleistung anbietet, könnte die zentrale Verwaltung übernehmen. Damit die Leitstelle die Anlagen von außen steuern kann, muss sie sämtliche Daten in Echtzeit erhalten.

MaxWeb XPN von SolarMax

Das neue Energiemanagementsystem MaxWeb XPN der Firma SolarMax zeichnet als Knotenpunkt der ortsunabhängigen Überwachung aktuelle Messwerte, Ertragsdaten und Ereignisse auf. Es erfasst und reguliert die Energieerzeugung, den Verbrauch, die Speicherung und die Netzeinspeisung und passt den Bedarf an die Verfügbarkeit an. Weil der Energiemanager auch Wetterdaten, Spitzenleistungen und die Betriebsdauer erfasst, kann das selbstlernende System den optimalen Zeitpunkt für die Speicherung anhand des typischen Verbrauchs und der Wettervorhersage ermitteln und die vorhandenen Ressourcen intelligent nutzen. Ist der Bedarf gering oder sind die Preise an der Strombörse hoch, speist MaxWeb XPN den Strom gewinnbringend ins Netz, was die Rendite maximiert.

 (Bild: SolarMax Sales and Service GmbH)

Alles integriert: der neue Solarstromspeicher MaxStorage TP-S von SolarMax .

 

 

Immer gut informiert

Über die LCD-Anzeige erhält der Nutzer die aktuellen Statusinformationen sowie einen Überblick über das Energiemanagement. Zudem lassen sich sämtliche Analysen einfach und bequem über eine mobile App abrufen. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, wird die Software vierteljährlich aktualisiert. SolarMax hat bei seinem neuen Energiemanagementsystem MaxWeb XPN sehr viel Wert auf Schnittstellen und Module für eine vielfältige Datenkommunikation gelegt. Das System kann über LAN, RS485, Modbus und KNX kommunizieren und enthält außerdem eine Schnittstelle für die Direktvermarktung sowie Erweiterungsmodule für die Anbindung über GSM und LTE.

Für private und industrielle Anwendungen

Neben privaten Anwendungen eignet sich das selbstlernende Energiemanagementsystem auch für mittelständische Betriebe, die ein Maximum an Eigenverbrauch und Autarkie erreichen wollen, und die Großindustrie. In der Speichersystemlösung MaxStorage TP-S ist der Energiemanager bereits integriert. SolarMax hat das modulare System, das in einem Gehäuse einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher, ein Batteriemanagementsystem, einen Wechselrichter und den Energiemanager MaxWeb XPN vereint, im Sommer auf den Markt gebracht. Das Speichergrundmodul hat eine Kapazität von 2,3 kwh und kann auf bis zu 9,2 kwh erweitert werden. Um den Eigenverbrauch weiter zu erhöhen, entwickelt das Unternehmen derzeit Lösungen, um Ladesäulen einzubinden, das System mit Power-to-Heat zu verknüfen und virtuelle Kraftwerke zu schaffen. Sie sollen auf der Intersolar Europe 2018 erstmals präsentiert werden.


Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

Wie weit die Steuerung und Kontrolle von Geräten im eigenen Haushalt per App inzwischen etabliert ist, war die Frage, die eine im Juli von YouGov im Auftrag der gfu Consumer & Home Electronics in Deutschland und Großbritannien durchgeführte repräsentative Umfrage beantworten sollte. An der Befragung beteiligten sich zwischen dem 07. und 09. Juli insgesamt 4.269 Personen, davon 2.057 in Deutschland und 2.212 in Großbritannien. ‣ weiterlesen

Anzeige

Oliver Rosteck ist seit dem 1. Juli 2021 als Business Development Manager für den Bereich Großwärmepumpen und Fernwärme bei Johnson Controls tätig. In seiner neuen Position ist der gebürtige Leipziger verantwortlich für die strategische und operative Weiterentwicklung des Segments in Deutschland sowie in der Schweiz. ‣ weiterlesen

Anzeige

„Wir freuen uns sehr, mit Christian Heinemann einen überaus erfahrenen Vertriebsprofi mit einschlägiger Markt- und Branchenexpertise sowie bewährten Geschäftsverbindungen und langjähriger Führungskompetenz aus den eigenen Reihen besetzen zu können“, betont Uwe Laudenklos, Lead Business Area Manager Northern and Central Europe und in Personalunion Local Business Area Manager Deutschland und verantwortlich für den Vertrieb der ABB Elektrifizierung und ihrer Töchter Busch-Jaeger und Striebel & John in Deutschland.  ‣ weiterlesen

Der neue NetXpert XG2, Nachfolger des NetXpert XG, bietet umfangreiche aktive und passive Netzwerktests bis zu 10GBit/s auf Kupfer- und Glasfaser-Verkabelungen: Sowohl für die Inbetriebnahme als auch bei der Fehlersuche. Im neuen Gerät sind neben 2.4GHz jetzt auch 5GHz WiFi integriert. Statt Micro-USB Schnittstellen hat der Tester USB-A Schnittstellen, die RJ45-Buchse ist weiterhin austauschbar. Außerdem können die beiden integrierten SFP Ports ab jetzt jeweils sowohl 1GBit/s als auch 10GBit/s testen. Der NetXpert XG2-Plus ist zudem mit sechs Zellen-Akkus anstelle der vier Zellen für längere Betriebszeiten ausgestattet. ‣ weiterlesen

Als Präsenzmelder der neuen Control Pro II-Serie von Steinel verfügt der HF 360-2 über eine neue Optik und neue Schnittstellen. Je nach gewählter Schnittstelle werden die Sensorgrößen Präsenz, Helligkeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit an die Gebäudesteuerung weitergegeben. ‣ weiterlesen

Die Light + Building soll im nächsten Jahr vom 13. bis 18. März 2022 wieder physisch auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden. Gleichzeitig und noch eine ganze Woche darüber hinaus soll der Branchentreffpunkt auch digital erlebbar sein. ‣ weiterlesen