Anzeige
Anzeige

Abschaltung des analogen Satelliten-TV:
Sonderkonjunktur fürs Elektrohandwerk

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2012 ab 3.00 Uhr gehört in Deutschland die analoge Verbreitung von TV-Programmen via Satellit der Geschichte an. Nach Expertenschätzungen sind von Installationsbetrieben noch rund 40.000 Kopfstellen und Gemeinschaftsanlagen auf den digitalen TV-Empfang umzurüsten. Dies bietet dem Handwerk attraktive Margen. Mit dem Thema Analogabschaltung befassen sich nicht sehr viele Betriebe. Zu diesen Fachunternehmen gehören seit den 80er-Jahren die expert Elektro Jourdan GmbH aus Mörfelden-Walldorf und Elektro Wagner aus Taunusstein. Die Probleme auf Kundenseite sowie unterschiedlichen Anforderungen an Fachfirmen und Technik zeigen zwei aktuelle Umrüstprojekte mittlerer Wohnanlagen mit 66 und 42 Parteien.
Der Fachverband Satellit & Kabel im ZVEI ging im Sommer 2010 von noch rund 50.000 umzurüstenden Kopfstellen und Gemeinschaftsempfangsanlagen aus. Seither hat es keine sehr großen Bewegungen im Markt gegeben. Grund ist die leider immer noch zögerliche Haltung bei Hotels, Altenheimen, Krankenhäusern, der Wohnungswirtschaft und vieler Eigentümergemeinschaften, rechtzeitig in die Umstellung zu investieren. In vielen Fällen ist das Thema Analogabschaltung bei den Betroffenen noch gar nicht angekommen. Andere nehmen den feststehenden Abschalttermin nicht ernst und gehen von einer Verschiebung aus. Diese wird es allerdings nicht geben.

Strukturelles Problem

Hersteller, Astra, das Handwerk und TV-Anstalten Programmanbieter unterstützen den Termin und forcieren ihre Informationskampagnen weiter. Clevere Handwerks- und Installationsbetriebe wissen, wo die alten analogen Empfangsanlagen installiert sind. Sie sprechen die Betreiber direkt an und klären auf. Schließlich geht es um attraktives Neu- und Anschlussgeschäft, wie etwa die spätere Wartung umgerüsteter Anlagen. Aktive Betriebe sind daher derzeit gut bis sehr gut ausgelastet. Interessanterweise hält sich allerdings die Zahl der Wettbewerber in Grenzen und bleibt nach Beobachtungen vieler Marktteilnehmer selbst in einem Umkreis von bis zu 50km überschaubar. Hierbei machen sich schleichende Entwicklungen und ein allgemeiner Trend immer stärker bemerkbar. So sind bundesweit viele Fachbetriebe im vergangenen Jahrzehnt verschwunden. Andere haben eine überalterte Belegschaft. Sehr häufig fehlt der Nachwuchs, der nach einer guten Ausbildung lieber bei den Flächenmärkten anheuert, die im Installationsgeschäft nicht direkt aktiv sind. Zudem klingt das Thema Kopfstelle trotz guter Margen bei vielen Handwerkern als zu komplex und nach hohem Aufwand. Hersteller wie Wisi steuern dem entgegen. Laut Pano Joakimidis, Leiter Marketing und Vertrieb, unterstützt das Unternehmen Händler und Installateure über sein Vertriebsteam aktiv vor Ort durch Planungs- und Beratungsleistungen. Schon bei der Technik sollen durch neue Entwicklungen Hemmnisse erst gar nicht aufkommen. Ein Beispiel ist die neue Wisi-Kopfstelle OH. Diese ist leistungsfähig, vielseitig einsetz- und leicht programmierbar. Zwei aktuelle Beispiele aus der Wohnungswirtschaft zeigen die Flexibilität des neuen Systems.

Wohnungswirtschaft denkt um

Jahrzehntelang lagerte die Wohnungswirtschaft die TV-Versorgung in die Hand von Kabelnetzbetreibern aus. Doch seit sich Nebenkosten zunehmend zur zweiten Miete entwickeln, setzt ein massives Umdenken ein. Immer mehr Wohnungsverwaltungen und Eigentümergemeinschaften entscheiden sich für den Aufbau einer unabhängigen TV-Versorgung. Sinkende Kosten für immer leistungsfähigere Technik begünstigen diese Entwicklung. Dabei gibt es durchaus unterschiedliche Ansätze. Während viele auf den reinen Digitalempfang umschwenken, legen andere Wert auf eine gemischte Versorgung, bei der digitale TV-Signale in PAL reanalogisiert werden.

Anlage Mörfelden

Die 1974 errichte gepflegte Wohnanlage in der Schwarzwaldstrasse 31-35 in Mörfelden ist mit ihren 66 Wohneinheiten für zahlreiche laufende Umrüstprojekte typisch. Viele dieser Wohnparteien sind zugleich Eigentümer, berichtet Verwalter Axel Seidel. Bis vor kurzem versorgte ein großer hessischer Kabelnetzbetreiber die Anlage mit TV-Programmen. Angesichts der jährlichen Kosten in Höhe von 4.000Euro bat Seidel die expert Elektro Jourdan GmbH um alternative Vorschläge für eine zukunftssichere digitale TV-Versorgung. Der örtliche Fachbetrieb arbeitet seit langem mit Wisi zusammen. Zunächst analysierte Techniker Peter Hohmann die Situation vor Ort für konkrete Vorschläge und die Planung der neuen Empfangsanlage. Beim Aufbau einer digitalen Versorgung über eine Kopfstelle gibt es zunächst grundsätzlich drei technische Möglichkeiten. Die Kanalaufbereitung der digitalen QPSK-Satellitensignale in PAL (analog), eine volldigitalisierte Kanalumsetzung in QAM-Signale sowie eine Mischform aus diesen beiden Alternativen. Die Eigentürmergemeinschaft der Wohnanlage entschied sich für eine voll digitale Kanalumsetzung von Satelliten- in QAM-Signale und den Einbau des neuen Wisi-Kopfstellensystems OH. Mit OH lässt sich eine Vielzahl freier und verschlüsselter Satelliten-TV-Programme aus den Transponderströmen aufbereiten und an die Wohnungen weiterleiten. Diese Lösung hat ihren besonderen Charme für die Nutzer. Jeder Haushalt kann selber darüber entscheiden, ob er nur unverschlüsselte freie TV-Programme oder zusätzlich verschlüsselte Pay-Programme empfangen will. Für den Empfang der Satellitenprogramme im Wohnzimmer über die Kanalaufbereitung benötigt er dann nur noch einen geeigneten digitalen Kabelreceiver. Das neue Wisi-Kopfstellensystem OH ist modular aufgebaut und eignet sich für alle Anwendungsfälle. Es bietet Technik der nächsten Generation, ist kompakt in seinen Abmessungen und lässt sich jederzeit flexibel erweitern. Die in Mörfelden verbaute Basiseinheit OH 50 ist mit 14 Doppelmodulen des Typs OH 85H bestückt. Dies erlaubt eine Kanalaufbereitung für bis zu 28 digitale Transponderströme. Hinzu kamen zwei 90cm Parabolantennen sowie zwei Quadro Univ-LNCs auf dem Dach. Die vorhandene Verteilinfrastruktur in der Wohnanlage ließ sich weiter nutzen. Allerdings wurden die Anschlussdosen in den Wohnungen für den Digitalempfang ausgetauscht. Den Haushalten stehen nun über 250 digitale SD- und HD-Programme inklusive Sky zur Verfügung. Diese werden über die zwei Positionen Astra und Eutelsat empfangen. Die Gesamtinvestitionen in die Kopfstelle und Arbeitskosten lagen bei 17.500Euro. expert Elektro Jourdan hat zudem den Betrieb und die Wartung übernommen. Die Anlage läuft seit der Inbetriebnahme ohne Störung. Für die Wohnanlage hat sich die Investition bereits in knapp vier Jahren amortisiert.

Gemischte Versorgung

Eine etwas andere Situation fand Elektromeister Reinhard Wagner aus Taunusstein vor. Diese ist aktuell ebenfalls für sehr viele Wohnungsunternehmen typisch, denn je nach Altersstruktur der Mieter setzen Hausverwaltungen beim Aufbau der TV-Versorgung zunehmend auf gemischte Empfangsformen. Dabei wandeln Module in der Kopfstelle digitale Satellitenprogramme teilweise wieder in PAL und damit analoge Programme um. So hat Elektromeister Wagner in einer modernen Wohnanlage mit 42 Parteien in Taunusstein nach seiner Analyse der vorhandenen Versorgung mit dem Wisi-System OH auf Wunsch der Hausverwaltung eine Mischanwendung realisiert. Dabei verbaute er 14 OH 76 Module für die Re-Analogisierung von 14 besonders beliebten TV-Programmen, wie etwa ARD, ZDF, Dritte und der privaten Sendergruppen RTL und Pro7/Sat1 in PAL für ältere Mieter. Für deren Empfang benötigen die Haushalte keinen zusätzlichen digitalen Receiver. Darüber hinaus setzte er fünf OH 85 Module und drei OH 85H-Module für die Einspeisung von mehr als 100 digitalen SD- und HD-Programmen in QAM ein.

Empfehlungen der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren

IT-Verkabelungen in Gebäuden werfen oft viele Fragen auf: Wie viele Gigabit kommen wirklich aus der Leitung? Welche Übertragungsraten sind möglich? Wie viele Endgeräte können problemlos angeschlossen werden? Reicht die Bandbreite aus? Muss die Verkabelung zertifiziert oder qualifiziert werden? Worin liegen eigentlich die Unterschiede? Und welche Normen sind zu beachten? Die Antwort auf all diese Fragen lautet leider wie so oft: Kommt ganz darauf an! ‣ weiterlesen

Anzeige

In Zeiten von Corona gilt mehr denn je: Das smarte Zuhause fängt an der Haustür an. Mit vernetzten Türsprechstellen kann man das Türgespräch über das Telefon in jedem Zimmer und sogar vom Supermarkt aus annehmen. Ohne die Tür öffnen zu müssen, verpasst man so keinen Besuch oder Paketboten. Bei den einzelnen Modellen gibt es jedoch grundlegende Unterschiede.‣ weiterlesen

Anzeige

Eine flexible Netzwerkinstallation über SMI(Small Media Interface)-Technik ergänzt das Datalight-System von Fränkische. Damit können Elektroinstallateure und Endverbraucher die Vorteile des Kunststofflichtwellenleiters künftig noch besser für eine stabile und anpassungsfähige Infrastruktur im Heimnetzwerk nutzen.‣ weiterlesen

Anzeige

Über lange Zeit war die Verteilung von TV-Signalen über Koaxial-Kabel als DVB-S/C/T-Signal die einzige Variante, um z.B. in Wohnanlagen oder Hotels für eine große Auswahl an Programmen zu sorgen. Durch die Digitalisierung der Signal-Übertragung bietet sich mit der IP-Verteilung inzwischen eine weitere Möglichkeit für die Programmverteilung an. Welche Voraussetzungen sind für IP-Streaming erforderlich und welche Herausforderungen stellt das an die Satelliten-Empfangs-Anlagen? Was muss beachtet werden, welche Technik muss vorhanden sein? Welche Leistungsfähigkeit ist erforderlich?‣ weiterlesen

Anzeige

Mit über 2.500 Wohnungen im Portfolio zählt die Wohnstätte Stade eG zu den führenden Baugenossenschaften der niedersächsischen Hansestadt Stade. Für ein im Oktober 2019 fertiggestelltes Neubauobjekt arbeitete sie erstmals mit Intratone zusammen. Frankreichs Marktführer für kabellose, mobilfunkbasierte Gegensprechanlagen und Zutrittskontrollsysteme wurde damit betraut, das Mehrfamilienhaus mit der Video-Gegensprechanlage DITA auszustatten.‣ weiterlesen

Mit einem neuen Audioserver stellt Loxone eine flexible Audio-Lösung für jedes Gebäude vor, die extra für das Elektrofachhandwerk entwickelt wurde. Während Bewohner, Besucher oder Nutzer des Gebäudes von dem Sound der Neuentwicklung profitieren, dürfen sich Elektrofachkräfte über die einfache Montage und Konfiguration freuen. Dank zahlreicher Schnittstellen, vielfacher Funktionen und freier Skalierbarkeit präsentiert sich der Audioserver als Lösung für viele verschiedene Projekte - egal ob privates Zuhause, Wohnanlage, Büro, Veranstaltungsstätte oder Einkaufszentrum.‣ weiterlesen