Mit Video gegen Diebstahl – und weit mehr

Im Einzelhandel steht meist die Videoüberwachung der Verkaufsräume im Mittelpunkt von Sicherheitskonzepten. Wesentliche Gründe für die Installation von Kameras sind dabei die Vorbeugung von Diebstählen und die Beweissicherung nach solchen Vorfällen. Aktuelle digitale Kameras mit integrierter Videoanalyse eröffnen jedoch noch weit darüber hinausgehende Einsatzmöglichkeiten.

Anhand hinterlegter Alarmregeln kann automatisch ein Alarm generiert und an das Sicherheitspersonal 
geschickt werden, etwa in einen Kontrollraum. (Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH)

Anhand hinterlegter Alarmregeln kann automatisch ein Alarm generiert und an das Sicherheitspersonal
geschickt werden, etwa in einen Kontrollraum. (Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH)


Etwa 110Mrd.?? gingen dem Einzelhandel im Jahr 2015 weltweit allein durch Warenschwund verloren, so das Global Retail Theft Barometer 2014-15. Über die Hälfte davon wanderte in die Taschen diebischer Kunden, und immerhin noch mehr als ein Viertel entfiel auf unehrliche Mitarbeiter. Einen großen Anteil daran hat das sogenannte ‚Sweet Hearting‘, bei dem Angestellte an den Kassen Freunden oder Familienmitgliedern Waren nicht berechnen. Kein Wunder, dass Warensicherungssysteme und Anlagen zur Videoüberwachung von Verkaufs- und Nebenräumen ganz oben auf der Prioritätenliste von Einzelhändlern stehen, wenn es um Sicherheitstechnik geht. Viele derzeit installierte Lösungen nutzen das Potenzial der Videoüberwachung jedoch längst nicht aus. So haben sich Auflösung und Bildqualität in den letzten Jahren enorm entwickelt, und aktuelle Digitalkameras bieten brillante Farbaufnahmen auch unter schwierigen Lichtbedingungen, etwa in Lagerräumen oder Außenbereichen. Panoramakameras ermöglichen ein Sichtfeld von 180 oder gar 360° und vermeiden so blinde Flecken, wie sie hinter hohen Regalen auftreten können. So können auch komplexere Handelsflächen mit relativ wenigen Kameras komplett überwacht werden.
Ein Kunde, der überdurchschnittlich lang vor einem Regal mit hochpreisigen Artikeln steht, erfordert Aufmerksamkeit - entweder aus Gründen des Kundenservice oder der Diebstahlsprävention. (Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH)

Ein Kunde, der überdurchschnittlich lang vor einem Regal mit hochpreisigen Artikeln steht, erfordert Aufmerksamkeit – entweder aus Gründen des Kundenservice oder der Diebstahlsprävention. (Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH)

Kameras werden smart

Am wichtigsten für den Einzelhandel ist jedoch die Möglichkeit, digitale Kameras mit eigener Intelligenz auszurüsten und die aufgenommenen Bilder schon in der Kamera zu analysieren. So kann eine solche Smart-Kamera beispielsweise bestimmte Bewegungsmuster ebenso automatisch erkennen wie einen Menschen, der einen besonders sensitiven Bereich betritt, z.B. einen Lagerraum. In solchen Fällen kann dann anhand hinterlegter Alarmregeln automatisch ein Alarm generiert und an das Sicherheitspersonal geschickt werden, etwa in einen Kontrollraum oder auch auf ein Handy. Auch ein Kunde, der überdurchschnittlich lang vor einem Regal mit hochpreisigen Artikeln steht, erfordert Aufmerksamkeit – entweder aus Gründen des Kundenservice oder der Diebstahlsprävention – und kann daher Auslöser einer Meldung sein. Das Personal muss beim Einsatz intelligenter Kameras daher nicht mehr fortlaufend mehrere Bildschirme im Blick haben, sondern nur noch auf Alarme reagieren und kann sich verstärkt auf andere Tätigkeiten konzentrieren. Neben der Vorbeugung von Diebstahl sorgen intelligente oder smarte Kameras auch für ein höheres Sicherheitsniveau. So können sie über die Videoanalyse etwa feststellen, ob die Fluchtwege und Notausgänge mit Ware zugestellt oder sonstwie blockiert sind, und daraufhin einen Alarm auslösen. Zudem eröffnen sie dem Handel ein breites Feld völlig neuer Anwendungen jenseits der Sicherheit, die einen positiven Einfluss auf den Umsatz und das operative Ergebnis haben können. Durch die Analyse der Videodaten wird beispielsweise sichtbar, wo sich die Kunden am liebsten aufhalten oder wo es im Laden immer wieder zu Gedränge kommt und eng wird; entsprechend kann das Ladenlayout angepasst werden. Des Weiteren lassen sich Stoßzeiten besser erkennen, sodass im Voraus die Besetzung einer weiteren Kasse eingeplant werden kann, was den Service für die Kunden verbessert.

Ein Kunde, der überdurchschnittlich lang vor einem Regal mit hochpreisigen Artikeln steht, erfordert Aufmerksamkeit - entweder aus Gründen des Kundenservice oder der Diebstahlsprävention. (Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH)

Ein Kunde, der überdurchschnittlich lang vor einem Regal mit hochpreisigen Artikeln steht, erfordert Aufmerksamkeit – entweder aus Gründen des Kundenservice oder der Diebstahlsprävention. (Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH)

Wichtige Daten für das Marketing

Die Videodatenanalyse hilft dem Einzelhändler außerdem, die Akzeptanz von Sonderaktionen zu bewerten und zu erkennen, wo Displays am besten wahrgenommen werden. Kombiniert man eine solche Lösung mit dem Kassensystem, kann man sogar Konversionsraten ermitteln. Das Kassensystem weiß exakt, wie viele Produkte des Sonderangebots gekauft wurden, und durch Videoanalyse lässt sich ermitteln, welche Zahl von Kunden sich offenbar interessiert haben, ohne schließlich zu kaufen. In Ketten können statistische Daten aus der intelligenten Videoanalyse zudem dazu dienen, die einzelnen Shops zu vergleichen und etwa zu ermitteln, wie unterschiedliche Warenpräsentationen die Kundenakzeptanz beeinflussen. Marketinganalysen sind somit ein wichtiger weiterer Nutzen der Videoanalyse. In großen Einkaufszentren oder bei Shop-in-Shop-Konzepten kann sie zudem die Entwicklung von Vermietungskonzepten auf der Basis nachgewiesener Kundenzahlen darstellen. Manche dieser innovativen Anwendungen sind heute noch Zukunftsmusik, aber da solche Applikationen mit ohnehin vorhandenen Kameras und daher ohne große zusätzliche Investitionen implementiert werden können, ist zu erwarten, dass sie sich aufgrund ihres großen Nutzens relativ schnell durchsetzen werden. Um die Grundlage dafür zu legen und die Vorteile der Videoanalyse einem breiten Anwenderkreis zugänglich zu machen, hat Bosch Sicherheitssysteme sich entschieden, verschiedene Kameraserien standardmäßig mit dieser Funktionalität auszurüsten. Dabei unterscheidet Bosch zwischen ‚Essential Video Analytics‘ im mittleren Preissegment und ‚Intelligent Video Analytics‘, das noch weitere Funktionen bietet. Schon ‚Essential Video Analytics‘ bietet alle nötigen Funktionen, um Ladendiebstahl vorzubeugen und Marketinganalysen durchzuführen. Damit stehen dem Einzelhandel heute günstige Überwachungskameras zur Verfügung, die sicherheitsrelevante Ereignisse selbstständig erkennen, das Sicherheitspersonal entlasten und zudem die Basis für eine Reihe innovativer Anwendungen darstellen.

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Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH Bild: Bosch Sicherheitssysteme GmbH


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